“Another Brick In The Wall”, “Wish You Were Here”, “Comfortably Numb” – das sind nur drei der vielen Klassiker der britischen Rocklegende Pink Floyd, die ganz entschieden vom melodischen Spiel des Sängers und Gitarristen David Gilmour geprägt wurden. 

Jetzt hat der 73-Jährige beschlossen, um die 120 Gitarren versteigern zu lassen. Geldnot dürfte dafür allerdings kaum der ausschlagende Grund sein: Noch im Jahr 2015 hat die Sunday Times das Vermögen Gilmours auf mehr als 120 Millionen Euro geschätzt.

Tatsächlich werden die vielen Instrumente für den guten Zweck versteigert. Kein ganz überraschender Zug: Gilmour hat mehrfach erklärt, dass sein immenser Reichtum ihm Gewissenbisse beschert – und ist auch schon entsprechend tätig geworden. So hat er 2003 ein Anwesen in London für 3,6 Millionen Britische Pfund verkauft und den Gewinn komplett der Obdachlosenhilfe Crisis übertragen: “Diese Mittel waren ausschlaggebend für den Aufbau unseres Netzwerks von Krisen-Zentren in ganz Großbritannien, mit denen wir Tausenden von Obdachlosen auf ihrem Weg aus der Obdachlosigkeit helfen konnten”, schreibt Crisis auf seiner Webseite.

Unter den vielen Gitarren, die ab Mittwoch (27.März) zunächst bei Christie’s in London ausgestellt werden, befinden sich wichtige Instrumente wie eine Fender Stratocaster von 1954 mit der Seriennummer 0001 oder die Black Strat, die mehrfach an Gilmours Spieltechnik angepasst wurde – und die durch jahrzehntelanges Spielen und Touren so einige kräftige Dellen und Schrammen abbekommen hat. (Die Ausstellung kann kostenlos besucht werden – allerdings nur nach Reservierung, die man hier durchführen kann.)

Kein Rückzug aufs Altenteil

Den besorgten Fans versichert Gilmour übrigens, dass der Verkauf der Gitarren keineswegs bedeute, dass er sich jetzt aus dem Musikbusiness zurückzieht: „Ich möchte, dass die Gitarren weiterziehen, ich war ihr Hüter für einige Jahre, nun ist jemand anderes dran, der sie besitzt und damit etwas erschafft“, gibt er sich in einem Interview mit dem Rolling Stone ganz pragmatisch. „Ich hatte sehr viel Glück in meinem Leben, war als Künstler sehr erfolgreich  und finanziell und dachte schon immer, ich sollte ein bisschen Gutes tun mit all dem Glück, dass ich hatte.“

Die Auktion, die Preise

Die eigentliche Auktion beginnt am 20. Juni in New York. Interessenten sollten vorher noch mal ihr Budget prüfen: Während bei einfachen  Akustikgitarren das Startgebot bei rund 3.500 Dollar liegt, muss man für Stücke wie die Black Strat (Foto) etwas tiefer in die Tasche greifen: Hier liegt der geschätzte Erlös bei 100.000 bis 150.000 Dollar.

Dass es Gilmour (und auch seinen einstigen Bandkollegen Roger Waters und Nick Mason) heute so gut geht, ist dabei keine Selbstverständlichkeit: In den 70er Jahren führten falsche Investitionen und die irrsinnig teuren “The Wall”-Shows fast zum finanziellen Ruin der Band. Um diesen abzuwenden, nutzten Pink Floyd als eine der ersten Bands das komplexe System der Steueroasen aus – was unter anderem erforderte, dass die Musiker monatelang ihrer britischen Heimat fernblieben.

Douglas Adams mokierte sich darüber in seiner Science-Fiction-Comedy Per Anhalter durch die Galaxis in Form der fiktiven Band Desaster Area, deren Frontmann sich unter anderem als tot ausgab, um Steuern zu sparen.

Adams freundete sich später mit Pink Floyd an – und sorgte für einen ersten karitativen Einsatz: Als den Musikern in den 90er Jahren einfach kein Titel für ihr neues Album einfiel, baten sie den Autor um Hilfe. Der forderte als Gegenleistung eine wohltätige Spende von 25.000 Euro Pfund für Nashorn-Schützer Save the Rino. Nachdem die Band zugesagt hatte, schlug Adams einfach einen Begriff aus einem der Liedtexte als Albumtitel vor: “The Division Bell”.

Lesen Sie außerdem zum Thema: David Gilmours alter Bandkollege Nick Mason hat noch im September 2018 in Luxemburg das Publikum begeistert, während Bassist Roger Waters mit kontroversem politischen Einsatz polarisiert.

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