Noch ist sie leer, die ehemalige Lagerhalle in der rue des Jardins in Esch. Doch es zeigen sich bereits die ersten Farbtupfer auf den Wänden: Sie kündigen die fünfte Ausstellung des Künstlerkollektivs “Cueva” an.

Nach den Ausstellungen “Uecht” und “Lankelz” wird dieses Mal in “Al Esch” einem Gebäude zum letzten Mal ein bisschen Leben eingehaucht, bevor die Abrissbirne zum Einsatz kommt. Den Erfolg dieser Ausstellungen hat sich der Escher Künstler Théid Johanns vor zwei Jahren so erklärt, dass dadurch etwas zu dem Gebäude in den Köpfen der Besuchern hängen bleibt. Demnach wird aus dem Vergänglichen etwas Dauerhaftes.

Vor zwei Wochen hat Cueva die Schlüssel von den Eigentümern bekommen. Momentan besteht die Hauptaufgabe von Théid Johanns darin, das Gebäude optisch auf Vordermann zu bringen und die nötige Elektrik zu verlegen. Auf dem Gelände werden später höchstwahrscheinlich Wohnungen entstehen. 54 Künstler sind bis jetzt dabei. Bis zu 56 könnten in dem ehemaligen Lager auf drei Stockwerken Platz für ihre künstlerische Entfaltung bekommen. Unter den Künstlern befinden sich auch bekannte Namen wie Daniel Lloyd, Emile Hengen, Joëlle Daubenfeld, Sandra Biewers, und Anne Lindner.

Am Montag waren die Wände der Lagerhalle noch weitestgehend leer. Fast alleine in dem großen Gebäude war Jim Peiffer (31) dabei, sein Kunstwerk zu verwirklichen. Seit seinem zwölften Lebensjahr interessiert er sich für Kunst. Das hat er auch in Brüssel studiert: “Ich zeichne viele Köpfe und Figuren und immer aus dem Kopf heraus”, erklärt er. Bei “Aal Esch” hat er sich das Konzept einer Palme ausgedacht, die aus Köpfen besteht, die Musik machen. Dass seine Kunst nur für ein paar Wochen zu sehen sein wird, stört ihn nicht weiter. Das sei ja bekannt.

Auch für die fünfte Ausstellung ist das Konzept das Gleiche geblieben. Die Künstler wurden größtenteils über soziale Netzwerke ausgewählt. Um die 20 sind ganz neu mit dabei. Das Wichtige bei der Auswahl ist vor allem, dass sie im Kollektiv arbeiten können. Neben der Kunst werden diesmal wieder andere künstlerische Happenings stattfinden. Auch Führungen für Schulklassen werden wieder angeboten. Für “Esch 2022” ist etwas Größeres angedacht: Das Künstlerkollektiv hat bei den Verantwortlichen für die europäische Kulturhauptstadt einen Projektvorschlag eingereicht.

Mit “Aal Esch” geht das Kunstprojekt in die fünfte Runde. Begonnen hat alles im Jahr 2015 mit “Quartier 3” in einem alten Herrenhaus in der Nähe des Rathausplatzes. Damals stellten 33 Künstler ihre Werke zur Schau. 2017 fand die bisher größte Ausstellung des Kollektivs statt: Über 6.000 Besucher fanden den Weg zur ehemaligen Garage Losch am Boulevard Prince Henri, in der 93 Künstler ausstellten. “Aal Esch” ist mit seinen 54 Künstlern ein Stückchen kleiner.

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