Marc Gatti hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Er verstarb am Samstag (17.8.) in den frühen Morgenstunden im Alter von 53 Jahren im hauptstädtischen CHL („Centre hospitalier de Luxembourg“). Seit anderthalb Jahren war Marc wieder als rasender Reporter im Süden Luxemburgs für „sein“ Tageblatt unterwegs.

Ob in Differdingen bei den Generalversammlungen der zahlreichen Vereine, in Schifflingen beim Gemeinderat oder in Petingen bei einer Einweihung. Marc war im Minette zu Hause und im Süden Luxemburgs bekannt wie ein bunter Hund. Hier kannte er sich aus wie in seiner Westentasche. In den letzten Monaten war er überall da, „wou eng Kaz geschleeft gëtt“. Bis zu 40 Foto-Reportagen produzierte er monatlich für unsere Zeitung und hatte so großen Anteil daran, dass die Lokalberichterstattung besser und vor allem kompletter wurde.

Seit ein paar Wochen ging es ihm gesundheitlich nicht gut. Bei einer Routineuntersuchung hatte der Arzt festgestellt, dass seine Blut- und Leberwerte nicht in Ordnung waren. Am 21. Juni dann die niederschmetternde Diagnose: ein Lebertumor. Es war klar, dass der Kampf gegen den Krebs kein leichter werden würde. Aber er nahm ihn auf, denn Marc war zeit seines Lebens ein Kämpfer. Einer, der nie aufgab. Auch wenn es schwierig war.

Ein Vereinsmensch durch und durch

Zur Welt kam Marc am 31. Dezember 1965. Als ältestes von zwei Kindern des Ehepaares Gatti-Gantrel. Sein Vater, genannt „de Ster“, hatte einst den Handballverein Red Boys Differdingen in der „Cité du Fer“ aus der Taufe gehoben. Und Marc setzte die Tradition seines Vaters fort und war bis zum Schluss Sekretär des Klubs. Aufgrund seiner Erkrankung wurde die Generalversammlung in den September verschoben. Sie wird nun ohne ihn stattfinden müssen.

Er, der ein Vereinsmensch durch und durch war, hatte sich fest vorgenommen, in Zukunft etwas kürzerzutreten. Die seit 21 Jahren regelmäßig stattfindenden und sehr beliebten „Vide-greniers“ in Differdingen, deren Einnahmen an die Jugendmannschaften seines Stammvereins flossen, fanden stets unter seiner Regie statt. Diesen ganzen Stress aber wollte er sich nicht mehr antun. Dafür wollte er mehr reisen, so wie noch Mitte Mai nach Gran Canaria. Auch dort hatte er seinen Laptop und seine Kamera dabei, um eine interessante Reportage über Luxemburger Auswanderer auf der Ferieninsel zu machen.

Koch und Reporter

Beruflich hatte sich Marc für die Gastronomie entschieden. Seine Ausbildung machte er einst beim Traiteur-Restaurant Gentilini in Differdingen. Später arbeitete er dann u.a. als „commis de cuisine“ beim Hotel „Eden au Lac“ in Echternach, dem Restaurant „Le Pigeonnier“ in Bascharage sowie dem Cercle Münster. Lange Jahre war er auch als „Responsable adjoint de cuisine“ beim „Hôpital Princesse Marie-Astrid“ in Niederkorn tätig. Nebenberuflich war er Sportreporter bei Radio DNR sowie dem Luxemburger Wort. Ab dem 15. März 2018 war der eingefleischte Bayern-Fan dann wieder als Freelance-Journalist fürs Tageblatt unterwegs, für das er bereits in den 90ern aktiv gewesen war.

Auch politisch war Marc kein unbeschriebenes Blatt. Er war Mitglied der Sportkommission der Gemeinde Differdingen und Vorstandsmitglied der lokalen LSAP-Sektion. Bei den letzten Gemeindewahlen war er ebenfalls Kandidat für die sozialistische Partei.

Das Tageblatt entbietet seiner Schwester Manon, deren beiden Töchter, die sein Ein und Alles waren, sowie der ganzen Familie sein aufrichtiges Beileid.

6 Kommentare

  1. Eng ganz traureg Noricht. Ech wärt de Marc als ganz léiwen an engagéierte Mënsch an Erënnerung behalen. Merci Marc fir däin Asatz fir d‘Rëmelenger Gemeng.

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