Tattoos und Piercings werden in einer der nächsten Sitzungen im Parlament ein Thema sein. Das neue Gesetz, das Regeln für die Branche aufstellen soll, steht kurz vor der Abstimmung.

Ein neues Gesetz, das die Branche der Tätowierer und Piercer in Luxemburg regeln soll, steht kurz vor der Abstimmung in der Abgeordnetenkammer. Die Arbeiten an dem Gesetzentwurf sind abgeschlossen und die Gutachten der zuständigen Kommission sowie des Staatsrates liegen vor. “Die Notwendigkeit eines Gesetzes erklärt sich aus der Tatsache, dass diese Aktivitäten Handgriffe, Handlungen und Techniken beinhalten, die ein gewisses Risiko für die Gesundheit darstellen, wenn sie nicht nach allen Regeln der Kunst durchgeführt werden”, heißt es in der Begründung des Gesetzestextes.

Das Gesetz regelt neben den Tattoo-Künstlern und Piercern auch das sogenannte Branding und Cutting. Darunter versteht man das Anbringen von Ziernarben mittels Hitze oder Schnitten. Die Risiken, die mit diesen Techniken einhergehen können, reichen von Entzündungen bis hin zu Übertragungen von Infektionskrankheiten wie Hepatitis und HIV – wenn sie nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden.

Dass Personen, die diese Aktivitäten ausüben, dem Ministerium bekannt sind, sei außerdem notwendig, damit das Ministerium Informationen und Warnungen über gefährliche und gesundheitsgefährdende Produkte an sie weiterleiten kann. In der Vergangenheit sei es vorgekommen, dass das Ministerium Informationen über krebserregende Farben nicht an alle Tätowierer weitergeben konnte, weil dem Ministerium keine Liste mit den Tätowierern in Luxemburg vorliegt.

Schriftliche Einwilligung

In Zukunft sollen die Betroffenen eine Schulung zum Thema Hygiene machen müssen. Auch sollen Regeln aufgestellt werden, denen die Farben und Gerätschaften beim Piercen genügen müssen. Nicht von der Fortbildung betroffen sind die künstlerischen Aspekte dieser Berufe. Das Gesetz gilt ebenfalls für Solarstudios. Die Betreiber müssen in Zukunft eine Fortbildung über Hygiene und den Schutz vor UV-Strahlung machen.

Da solche Eingriffe, wenn überhaupt, nur sehr schwer umkehrbar sind, sieht das Gesetz die Pflicht vor, dass die Kunden vorher über die Konsequenzen aufgeklärt werden müssen und dass die Kunden ihre schriftliche Einwilligung geben müssen.

Bei Minderjährigen wird zusätzlich eine schriftliche Einwilligungserklärung eines Erziehungsberechtigten erforderlich. Cutting und Branding bei Minderjährigen werden verboten. In der Begründung der Gesetzesvorlage wird festgehalten, dass im Gegensatz zu Tattoos und Piercings die Akzeptanz für Cuttings und Brandings in der europäischen Kultur noch kein Konsens ist. Nicht von dem Gesetz betroffen ist das Stechen von Ohrlöchern im Ohrläppchen bei Juwelieren. Letztere müssen die für Piercer vorgeschriebenen Hygienefortbildungen nicht absolvieren.

Das Gesetz wird von der Branche begrüßt. Die Abgeordnetenkammer wird voraussichtlich bereits in einer der nächsten Sitzungen in den kommenden Wochen über den Gesetzentwurf abstimmen.

14 Kommentare

  1. Zum Totschießen ! Hat noch niemand gehört, dass Jugendliche und weniger Jugendliche ihre Taatoo’s und Piercings im Ausland machen lassen ? Von Palma, Ibiza und Teneriffa werden die “mitgebracht”. Etwas billiger wie hier, dafür stellt aber niemand unangenehme Fragen ! Backschisch ! Ist das einzige was zählt !

  2. Ach ja, Ohrläppchen stechen nicht, das gehört ja zu den ‘Rites of passage’ wie Kommunion und Firmung, obwohl auch dort Hygienefortbildung nicht schlecht wäre.

      • @jonas.Mit der Kommunion und der Taufe ist es wie Heiligabend mit der “Metten” und am Aschermittwoch mit dem Fischessen ! Sogar von Atheisten mussten die Fleischesser sich anpöbeln lassen weil sie ein “Sakrileg” begingen. Ein Wirt der jahrzehntelang in keiner Kirche mehr war und der immer Brötchen mit Würstchen auf der Theke stehen hatte, wollte dieses Jahr die Kunden “disziplinieren” und bot nur Käsebrötchen an ! Viele Grüsse vom Mülleimer.

    • Wird weiterhin erlaubt sein, denn Religionen erhalten im Sinne der politischen Korrektheit und multikulturellen Toleranz ja so ziemlich jede Narrenfreiheit.

    • In Island ist im Augenblick ein Gesetz in der Arbeit, das Beschneidung von Minderjährigen verbieten will. Ratet mal, welche für gewöhnlich verfeindete Religionsgemeinschaften auf einmal vereinigt dagegen Sturm laufen?

  3. Wer sich Tattoos stechen lassen kann und sich so verunstaltet und dafür auch noch teures Geld zahlt soll niemandem die Ohren volljammern daß er seine laufenden Kosten nicht zahlen kann.

    • @ Peter Mutschke. Aber so ist es! Die Miete ist zu teuer, der Strom und die Heizung, der Mülleimer und das Wasser auch. Aber Tätowierungen die sind lebenswichtig. Und immer das neueste Handy auch !

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