Eine Woche nachdem sämtliche Würfel in der Punkterunde gefallen sind, steht am Sonntag das diesjährige Endspiel im Landespokal auf dem Programm. Hierbei stellt sich dem Serienlandesmeister F91 Düdelingen die Etzella Ettelbrück ab 17.00 Uhr im Stade Josy Barthel in die Quere. Bereits 2003/04 kam es zu dieser Finalpaarung, wobei die Düdelinger sich einst in der Verlängerung mit 3:1 behaupteten.

Von Lex Bruch und Christelle Diederich

Im Vorfeld über die Favoritenrolle zu rätseln, erübrigt sich. Denn die Machtverhältnisse zwischen dem erfolggewohnten Verein aus der „Forge du Sud“ und dem Aufsteiger sprechen schließlich eine äußerst deutliche Sprache. Es käme in der Tat schon einer Riesenüberraschung gleich, würde der F91 nicht die Nachfolge von Vorjahrscupsieger RFCUL antreten.

Der F91 qualifizierte sich zum 14. Mal fürs Pokalendspiel und greift zum siebten Mal nach dem heiß begehrten Double. Mit Stolz blickt man auf die zu Ende gehende Saison zurück – auch dank der Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League die erfolgreichste der Vereinsgeschichte. „Wir kommen dahin zurück, wo alles angefangen hat. Wir haben viele schöne Momente dort erlebt“, erinnerte sich F91-Coach Dino Toppmöller am Freitag. Die Gelegenheit, eine berauschende Saison mit dem Titel zu beenden, wollen sich die Schützlinge des Deutschen nicht entgehen lassen.

Fokus und Vorfreude

Auf dem Weg ins Endspiel kickte man drei weitere Erstligisten aus dem Wettbewerb. Darunter Topteams wie die Escher Fola, im Halbfinale den Progrès und zwischendurch Mondorf. Die Belastung durch die zusätzlichen Spiele in der Europa League ging erwartungsgemäß an die Substanz. In der Meisterschaft kassierte der F91 in der Hinrunde unerwartete Rückschläge. Diese wurden im Winter verarbeitet und weggesteckt. Die Aufholjagd glückte, der F91 rollte das Feld von hinten auf. An die letzte Niederlage – am 31. Oktober 1:3 gegen die Jeunesse – kann sich beinahe niemand mehr erinnern. „Das Ergebnis gegen Hamm war seltsam“, sprach Toppmöller das 5:3 gegen RMHB an. „Aber die Jungs sind weiterhin fokussiert. Die Spannung war am Mittwoch beim Training beispielsweise enorm hoch. Es ist noch Feuer drin. Das ist ein gutes Zeichen.“

Ettelbrück freut sich riesig über den Klassenerhalt, das Pokalendspiel ist die Kirsche auf dem Kuchen. „Wir werden nicht viele Gelegenheiten bekommen, so ein Finale zu spielen. Die Vorfreude überwiegt“, formulierte es Coach Claude Ottelé. Bei der Etzella drückt der Schuh seit Saisonauftakt hauptsächlich im Angriff und viele Alternativen bieten sich nicht. Es mag sein, dass Ottelés Truppe keine Chance hat, aber eben genau diese soll genutzt werden. „Dass die Spieler angespannt sind, ist normal. Aber sie sollen mutig sein. Klar müssen wir Respekt vor dem Gegner haben, aber wir brauchen keine Angst zu haben. Wir wollen nicht nur Ettelbrück, sondern den gesamten Norden würdig vertreten“, fuhr der Coach fort.

Dem Außenseiter wird nicht entgangen sein, dass der F91 im Abwehrverhalten zuletzt schlampte und etliche Gegentore kassierte – „leichtsinnige Fehler“, so Toppmöller. „Düdelingen ist trotzdem so aufgestellt, dass sie genau wissen, wie sie auftreten müssen, wenn es um einen Titel geht“, sagte Ottelé.

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