Während eines Streits soll eine 47-jährige Frau im Jahr 2015 ihren Ex-Partner mit drei Messerstichen tödlich verletzt haben. Seit Dienstag muss sie sich nun wegen Totschlags vor dem Bezirksgericht Luxemburg verantworten.

Am 17. Februar 2015 gegen 6.15 Uhr rief ein Mann aus Merl bei der Polizei an, um eine Ruhestörung aus einem Nachbarhaus zu melden. Die Streife fand damals einen blutenden Mann, der vor besagtem Haus lag. Ersthelfer hatten ihn bereits versorgt und den Notruf verständigt. Die Sanitäter versuchten noch vor Ort, das Opfer zu reanimieren, jedoch ohne Erfolg. Der Mann erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen. Vor Gericht hat ein Gerichtsmediziner am ersten Prozesstag bestätigt, dass alle drei Schnittverletzungen in dieser Kombination tödlich gewesen sein könnten.

Die Spurensicherung der Polizei erreichte den Tatort gegen 8.45 Uhr. Die mutmaßliche Tatwaffe, ein Messer mit einer Klinge von rund 18 Zentimetern, fanden sie versteckt unter der Matratze des Opfers. In einem ersten Verhör hat die Frau noch gemeint, der Mann habe sich die Verletzungen selbst zugefügt, als er durch eine Glasscheibe gefallen sei. Im Innern des Hauses fanden die Beamten kaum Blutspritzer. Vor der Haustür soll sich jedoch eine Blutlache befunden haben. Während der Sicherung der Spuren befand sich das Opfer bereits im Krankenhaus. Die Beschuldigte soll zuvor noch versucht haben, den Tatort zu reinigen und Scherben zu beseitigen.

Jener Beamte, der zuerst am Tatort eingetroffen war, gab an, dass die Beschuldigte nach der Tat nicht ansprechbar gewesen sein soll. Sie habe abwesend gewirkt und zusammengekauert auf der Bank vor dem Haus gesessen – und zwar nur wenige Meter neben dem Opfer.

Streit zwischen Opfer und Angeklagter

Während der Tat soll sich indes eine weitere Person im Haus aufgehalten und dort geschlafen haben. Sie war – genauso wie das Opfer und die Beschuldigte – betrunken und will daher von der tödlichen Messerattacke nichts mitbekommen haben. Vor Gericht meinte der damalige Gast, dass er mehrmals aufgewacht sei, da sich die Angeklagte und das Opfer laut gestritten hätten. Er selbst soll daraufhin einen Stuhl gegriffen und diesen nach dem späteren Opfer geworfen haben, um ihn aus dem Haus zu vertreiben und sich dann wieder zum Schlafen auf die Couch zu legen.

Erst später weckte die Beschuldigte den Besucher dann wieder auf und erklärte ihm: „Ich habe ihn umgebracht. Er liegt draußen.“ Eigenen Aussagen zufolge soll der Gast daraufhin gedacht haben, die Beschuldigte würde ihn veralbern – bis er das Blut am Bademantel und an den Händen der Angeklagten bemerkte. Auf Anweisung der Angeklagten verließ er daraufhin den Tatort.

Die Ersthelferin, die im sozialen Dienst arbeitet, meinte vor den Richtern, die Beschuldigte habe ihr gegenüber behauptet, der Mann habe einen Einbruchsversuch begangen. Erst später soll sie zugegeben haben, dass es sich bei dem Opfer um ihren Exfreund handelte. Auch der frühere Nachbar wurde am Mittwoch gehört. Nachdem er die Polizei wegen der Lärmbelästigung angerufen hat, trat er ans Fenster, wo der Exfreund, also das spätere Opfer, ihn gebeten haben soll, die Polizei erneut zu rufen, da er blute. Der Nachbar habe sich danach wieder um seine Kinder gekümmert, da diese durch den Lärm verängstigt waren. Als er dann wieder nach dem Mann gesehen habe, soll dieser bereits auf der Straße gelegen haben. Erst später soll der Nachbar das Blut beim Opfer bemerkt haben. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.

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