Am 11. Juli um 19 Uhr spielen die Schüler des hauptstädtischen Konservatoriums ein Benefizkonzert zugunsten des 40-jährigen Jubiläums von Caritas. Der Eintritt ist frei. Es werden Spenden aufgehoben, die einem guten Zweck zukommen werden. Vor dem Konzert informiert Unicef mit einem Film über die Aktivitäten des Vereins. Ein Gespräch mit der Initiatorin, Pianistin und Projektleiterin Sabine Weyer.

Von Alain Steffen

Tageblatt: Eine Benefizkonzert mit Kindern zugunsten einer wohltätigen Organisation. Wie kam es zu diesem Projekt?
Sabine Weyer: Die Idee geht auf mich zurück und eigentlich will ich mit diesem Projekt zwei Ideen miteinander verknüpfen. Die Kinder haben ihre musikalischen Examen hinter sich und es wäre toll, wenn sie jetzt ein bisschen andere Luft schnuppern und sich mal als Kammermusikpartner auf der Bühne und vor Publikum ausprobieren könnten.

Da viele eine entsprechende berufliche Laufbahn einschlagen wollen, ist es sinnvoll, die Kinder früh mit den Gegebenheiten des Konzertlebens zu konfrontieren. Natürlich auf eine ganz einfache und wenig belastbare Weise. Die andere Idee soll einfach das Solidaritätsgefühl fördern, nämlich dass auch die jungen Musiker durch Ihre Kunst etwas bewirken können, was anderen Kindern hilft, denen es nicht so gut geht. Und deshalb gehen die Spenden integral an Unicef, das in diesem Jahr sein 40. Jubiläum feiert.

Sie haben das Konzert kurz „Musikado“ genannt.
Ja, ich finde, das passt ganz gut. Musik wird als Geschenk weitergereicht und erfüllt einen sozialen Zweck, indem sie einerseits Menschen zusammenbringt und andererseits durch die Spenden helfen kann. Und alle Kinder sind ein Teil dieses Prozesses.

Sie sind die Leiterin dieses Konzerts, proben mit den Kindern und stimmen sie auf das Konzert ein. Das scheint mir aber viel Arbeit zu sein.
Ja, das ist es, zumal wenn man bedenkt, dass ungefähr 40 jungen Musiker an diesem Abend in hauptsächlich keinen Ensembles auftreten werden. Innerhalb weniger Tage müssen wir alle zu einem zufriedenstellenden Resultat kommen, das sich dann auf der Bühne auch hören lässt. Aber da die Kinder und Jugendlichen hauptsächlich die Stücke spielen, die sie für ihr Examen eingeprobt haben, ist ein Großteil der Arbeit schon getan.

Nun müssen Sie nur lernen, sich auf einen anderen Klavierpartner, der ja auch aus ihren Reihen stammt, einzulassen. Natürlich werden wir auch ein bisschen an der Phrasierung und am Vortrag arbeiten.

Sie sprechen von Kindern und Jugendlichen, wie alt sind die Musiker denn?
Der jüngste Teilnehmer müsste etwa 12, der älteste 18 Jahre alt sein. Da wird es sicherlich Niveauunterschiede geben, aber das ist nicht schlimm. Die Leute, die zu diesem „Musikado“ Konzert kommen, wissen, dass es sich hier um Schüler handelt. Aber gerade das ist wichtig: dass man sich mal die Zeit nimmt, um sich das Können der ganz Jungen anzuhören.

Und es sind Schüler von verschiedenen Klassen des Konservatoriums?
Genau, meine Schüler aus der Klavierklasse oder die aus Klassen meiner Kollegen spielen entweder mehrhändig oder aber sie begleiten die kleinen Cellisten, Violinisten, Flötisten oder Sänger. Saxofon, Eufonium, Gitarre, Mandoline und Cembalo sind andere Instrumente, die ebenfalls zu Einsatz kommen. Das Mit machen ist freiwillig, jeder im Konservatorium wurde gefragt, ob er sich traut und Lust hat, bei diesem Projekt mitzumachen. Und mit 40 Schülern kann man schon etwas wirklich Tolles machen.

Welche Stücke und Komponisten stehen denn auf dem Programm?
Wir haben versucht, das Programm so abwechslungsreich und breit gefächert wie möglich zu gestalten. Das Publikum wird Händel und Mozart hören, Debussy, Villa-Lobos, Pablo de Sarasate, Rachmaninoff, Copland und Johann Straus und noch viele andere. (lacht)
Es wird ein sehr abwechslungsreiches Programm sein und es ist sicherlich für jeden etwas dabei. Wie sind natürlich auch froh, dass sich die Stadt Luxemburg beteiligt hat und den Ehrenwein in der Pause spendiert.

Das Konzert selber findet dann wo genau statt?
Es war uns schon wichtig, dass „Musikado“ im großen Saal des Konservatoriums stattfindet, denn die Kinder haben einen Heidenrespekt von diesem Raum. Und einmal auf dieser Bühne zu stehen und dann noch vor Publikum zu spielen, ist schon etwas ganz Besonderes für die Kinder. Ich hoffe und bete, dass wir ein recht zahlreiches Publikum bekommen. Es wäre so wichtig für alle Mitwirkenden.

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