Bei pulsierender Skyactiv-Technologie und verbesserter Motorleistung können Frühlingsgefühle auch schon mal im Dezember intensiv werden. Verantwortlich hierfür ist allerdings nicht der Klimawandel, sondern eindeutig der neue Mazda MX-5, findet Robert Spirinelli.

Mazda MX-5: Zugegeben, einen Roadster in der kalten Jahreszeit zu testen, mag auf Anhieb wie Schlittschuhlaufen in der Karibik erscheinen, allerdings ist der Mazda MX-5 absolut „winterfest“ und der nächste Sommer kommt ja auch bestimmt.

Das Auto für ewig Junggebliebene

Aber erst stehen wir mal vor dem tief liegenden MX-5 in „Ceramic White“-Lackierung und merken schnell, dass Ein- und Aussteigen geübt sein will, es sei denn, der Fahrer ist mindestens so sportlich wie der Roadster selbst, denn allzu viel Bauchfreiheit lässt der Zweisitzer nicht zu.

Im gestylten Interieur sieht es dann trotz enger Platzverhältnisse wesentlich komfortabler aus. Sogar das Lenkrad ist nun serienmäßig nicht wie bisher nur in der Höhe, sondern auch auf in der Länge verstellbar. Die Armaturen sind ohne viel Schnickschnack übersichtlich geordnet und gut ablesbar. „Handgepäck“ sollte man erst gar nicht mit an Bord nehmen oder es gleich, am besten im kleinen Kofferraum, verstauen. Ein Handschuhfach gibt es in gewohnter Manier nicht, dafür ist eine Ablage zwischen den Sitzen zu finden.

Der MX-5 mag ein Auto für ewig Junggebliebene sein, hilft möglicherweise auch Jungverliebten auf die Sprünge und kann vielleicht sogar alternde Herren aus der Midlife-Crisis führen, ein Familienauto ist der MX-5 allerdings definitiv nicht.

Mehr Power

Optisch hat sich der MX-5 kaum verändert, mit mehr Power als sein Vorgänger punktet der Japaner aber dank neuer Motorisierungen sowie verbesserter Ausstattung. Durch gleich fünf neue Assistenzsysteme wurde zudem die Sicherheitsausstattung ergänzt. Damit ist der Sportwagen mit zahlreichen Accessoires und neuesten Assistenzsystemen mit viel „Gaming“ und Unterhaltung ausgestattet, doch all diese Optionen sind bei einem solchen Boliden zweitrangig. Hier kommt es in erster Linie auf den Fahrspaß an und davon bietet der MX-5 jede Menge.

Schon beim Betätigen des Anlassers brummt der neue 184 PS starke Saugmotor los und sein Sound klingt wie eine Vorwarnung auf das, was den Fahrer erwartet, nämlich uneingeschränkter Fahrspaß. Dazu verführt wortwörtlich der schnelle Flitzer besonders auf kurvenreichen Strecken, je enger die Schlinge, desto bester, genau hier kann der MX-5 ungehemmt aufblühen.

Spaßbolide der Güteklasse A

Natürlich ist das Ganze mit Vorsicht zu genießen – wohlwissend, dass das Sportcoupé heckgetrieben ist, dadurch der MX-5 zwar deutlich spritziger ist, aber ungeübte Fahrer rapide, mit einem eventuell ausbrechenden Heck, überfordert sein könnten. Dass es nicht so weit kommt, dafür sorgt das im Mazda vorhandene ESP. Es ist also ratsam, zumindest in der Eingewöhnungsphase die Finger vom serienmäßig eingeschalteten ESP zu lassen – auch wenn es auf Anhieb lustig erscheinen mag: So neigen Hecktriebler zum Übersteuern und das Einfangen könnte so manchem Möchtegern-Rennfahrer zum Verhängnis werden. Nichtsdestotrotz bleibt der Mazda ein absolut kontrollierbarer Spaßbolide der Güteklasse A.

Unter der Haube halten 184 PS den 2,0-Liter-Saugmotor auf Trab, wobei die maximale Leistung bei 7.000 U/min erreicht wird. Darüber hinaus liegt das maximale Drehmoment von 205 bereits bei 4.000/min an. Von null auf 100 km/h spurtet der schnittige Roadster mit Stoffverdeck in 6,5 Sekunden und erreicht rasant eine Höchstgeschwindigkeit von 219 km/h.

Die Sechsgang-Schaltung ist straff, aber präzise und verführt zu einem Fahrstil vergangener Zeiten, als man Kupplung und Knüppel noch mit leichtem Zwischengas betätigte. Diese verspielte Fahrweise muss natürlich nicht sein, bereitet aber umso mehr Freude am Fahren, zumal die Gasannahme im neuen MX-5 ohne jegliche Verzögerung erfolgt.

Den Verbrauch des MX-5 gibt Mazda mit 6,9 l/100 km an. 7,2 l/100 km schluckte unser Testauto, also nur einen geringen Bruchteil mehr.
Gewöhnungsbedürftig ist auch die „Tieflage“, denn nur knapp über dem Straßenasphalt liegend erscheint die Außenwelt hinter dem recht großen Lenkrad urplötzlich viel imposanter, wobei das „Unterfliegen“ der Seitenspiegel anderer am Verkehr teilnehmenden Karossen zum echten Erlebnis wird.

Vorteil einer Cabrio-Fahrt während der kalten Jahreszeit ist, dass man die Wintertauglichkeit eines Stoffverdecks prüfen kann. Verständlicherweise sind Außengeräusche, anders als bei einem Hardtop, verstärkt wahrnehmbar, unangenehme Luftzüge aber nicht.

Der MX-5 ist absolut dicht und unter dem entfaltbaren Dach herrscht auch bei niedrigen Temperaturen eine warm-kuschelige Atmosphäre, aber wen interessiert’s? Wer im MX-5 sitzt und aufbricht, will vorrangig nur fahren und fahren und fahren … wenn möglich dem Sommer entgegen!

Technische Daten
Modell: Mazda MX-5 Roadster 2.0 6MT Skycruise
Motor: 2,0 l , 4-Zylinder-Saugmotor, 1.998 ccm
Leistung: 135 kW/184 PS bei 7.000 U/min
Getriebe: 6-Gang manuell, Heckantrieb
Verbrauch: 6,9 l/100 km; C02-Emissionen: 156 g/km
Beschleunigung: 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 219 km/h
Abmessungen (in m): Länge 3,92; Breite 1,74; Höhe 1,23
Preis: ab 27.548 E

1 Kommentar

  1. Wie puer Sue spuere well, keeft sech den Fiat 124 aka Fiata. Dee verkeeft sech sou schlecht, dass et enner well 20.000€ gett, nächst Joer gett e wahrscheinlech schon agestallt, d’Stocke si voll. Bis op de Motor 100% MX-5.

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