Wenn in manchen Stuben das Kaminfeuer brodelt und der blaudunstige Rauch sich mit dem Duft des bunten Laubes vermischt, entsteht rund um den Ventoux eine ganz besondere Atmosphäre, eine rotgoldene Kulisse, von der auch Robert Spirinelli beeindruckt war.

So sehr wie das Blauviolett der Lavendelblüte symbolisiert wohl keine andere Farbe das mediterrane Lebensgefühl der Provence. Kaum jemandem würde es einfallen, den Charme dieses sonnenverwöhnten Landstreifens in anderen Farbtupfern darzustellen. Nun, neben den klassischen Blütenfarben Blau und Violett kann dies in der Tat kein anderer besser als der Herbst.

Wer derzeit durch die Provence zieht, kann ein außergewöhnliches Naturspektakel erleben. Besonders reizvoll sind dabei der Sonnenaufgang und vor allem der „coucher du soleil“, dem die Franzosen auch schon mal gerne mit einem fruchtigen Apéro beiwohnen. Die Provence verbindet man aber auch mit lebhaften Märkten in malerischen Dörfern mit ihren charakteristischen Glockentürmen und einer prächtigen Bergkulisse, umgeben von Wein-, Oliven- und Fruchtplantagen. Früchte findet man zurzeit auf den Feldern keine mehr, denn Lese wie auch die Ernte sind längst eingeheimst. Anders sieht es bei den Oliven aus: Der heiße Sommer und der spätere Dauerregen haben die „récolte“ um Tage so verzögert, dass zumindest der Besucher sich an einer eher seltenen Aussicht erfreuen kann, denn voll hängende Olivenhaine mit dem schneebedeckten Mont Ventoux als Hintergrund sind Augenweiden, die man nur selten vor die Linse bekommt.

Genau am Fuße des Giganten der Provence in Bédoin startet diese Fotoreportage rund um den legendären Berg mit Etappen in manchen, vielleicht nicht so bekannten, aber durchaus sehenswerten Örtchen. Schien der Ventoux am frühen Morgen unter einer dichten Wolkendecke eine „grasse matinée“ zu beabsichtigen, erstrahlte der mit Schnee gepuderte, 1.912 Meter hohe Gipfel umso aufsehenerregender unter azurblauem Himmel. Ein Naturspektakel, das sogar die Einheimischen ins Staunen versetzt.

Tourentipp

Bédoin – Flassan – Villes-sur-Auzon – Sault – Aurel – Montbrun-les-Bains – Brantes –
Saint-Léger-du- Ventoux – Entrechaux – Séguret – Suzette – Lafare – Beaumes-de-Venise – Carprentras und zurück nach Bédoin (rund 155 km)

 

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