Farben sind Geschmackssache, Sensationen hingegen eher eine Art des Gespürs.
Im Tonic-Orange-Look des wieselflinken Boliden und von 280 Pferdestärken
in den Sitz gepresst, kam Robert Spirinelli auf Touren.

Auf ganz leisen Sohlen kommt der neue Mégane R.S. nicht daher und unauffällig wirkt er schon gar nicht. Das soll er auch nicht, ganz im Gegenteil, denn in seiner dritten Generation beansprucht der Mégane einen bis dato beim Modell nie da gewesenen sportlichen Aspekt. Das dynamische Karosserie-Design mit Kotflügelverbreiterungen und Luftauslassöffnungen sowie dem aggressiv wirkenden Kühlergrill lassen bereits vermuten, was im leistungsstarken Kompaktsportler steckt.

Unter der Haube kommt das völlig neu entwickelte 1,8-Liter-Turbobenzinaggregat Energy TCe mit 280 PS zum Einsatz. Es ist ratsam, die komplette Checkliste durchzugehen, bevor man den Startknopf betätigt, um so sicherzustellen, dass sämtliche Leuchten des menschlichen Denkbereichs auf Grün geschaltet sind und einwandfrei funktionieren. Immerhin gehört der Mégane R.S. zu den durchzugsstärksten seiner Klasse. Für den Sprint von 0 auf 100 km/h braucht der temperamentvolle Kompaktsportler lediglich 5,8 Sekunden und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h. Aus dem Stand hinaus schafft der R.S. die ersten 400 Meter nach knappen 14 Sekunden und die 1.000-Meter-Marke kann bereits in 25 Sekunden erreicht werden.

Serienmäßige Allradlenkung

Französische Ingenieurskunst mit recht viel Gimmick sowie zahlreiche Assistenzsysteme machen den wieselflinken Flitzer dennoch zu einem auch für Laien kontrollierbaren und sicheren Sportwagen. So zum Beispiel die serienmäßige Allradlenkung 4Control, die zudem eine Weltpremiere im Segment der kompakten Sportfahrzeuge darstellt. Beim Mégane R.S. lenken damit die Hinterräder bis 60 km/h – im Race-Modus bis 100 km/h – bis zu 2,7 Grad in Gegenrichtung der Vorderräder ein, wodurch das Auto deutlich an Agilität gewinnt. Im Klartext heißt das, dass bei niedrigen Geschwindigkeiten die Hinterräder in entgegengesetzter Richtung zur Vorderachse einschlagen. Bei höheren Geschwindigkeiten steuern die Hinterräder in dieselbe Richtung wie die Vorderräder. 4Control wirkt dann mit allen Rädern der Fliehkraft entgegen. Sie haben es erahnt, besonders auf kurvenreichen Strecken ist der Mégane auf seinem beliebtesten Aktionsfeld unterwegs und vermittelt dem Fahrer einen höllischen Fahrspaß.

Besonders attraktiv erscheint der Mégane R.S. in seiner exklusiven Karosserielackierung Tonic Orange. Dieser Augenschmaus ist allerdings kein Schnäppchen und erhöht die Optionsliste um satte 1.547,11 Euro. Alternativ kann man natürlich auch zwischen mehreren Farben wählen. Weitere Optionen bei unserem Testauto waren die 19-Zoll-Interlagos-Felgen (957,27 Euro), die erhitzbaren Vordersitze (241,74 Euro), die R.S.-Alcantara-Polsterung (966,94 Euro), das Infotainmentsystem mit 8,7-Zoll-Bildschirm (338,43 Euro) sowie der R.S.-Monitor (241,74 Euro). Über vielseitige Anzeigen und Grafiken gibt der R.S.-Monitor in Echtzeit Auskunft über abgerufene Motorleistung, momentanes Drehmoment, Beschleunigungswerte, Motorparameter sowie Reifendrücke und vieles mehr.

Mit dem innovativen Multi-Sense-System verfügt der Mégane über verschiedene Fahrprogramme. Über diese Systeme kann der R.S.-Fahrer je nach Wunsch sowohl die Geschwindigkeit als auch den Gangwechsel und die Schaltstrategie bei der Variante mit Doppelkupplungsgetriebe EDC einstellen. Aktive Sicherheit bieten die bereits erwähnten Fahrassistenzsysteme auf Basis von Radar-, Kamera- und Ultraschalltechnik mit Sicherheitsabstand-Warner, Notbremsassistent und Toter-Winkel-Warner. Hinzu kommen Spurhalte-Warner, Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarner und Fernlichtassistent.

Hält was er verspricht

Für den neuen Mégane R.S. bietet Renault außerdem serienmäßig ein straffes Sportfahrwerk mit Feder-Dämpfer-Abstimmung an. Dies alles bringt natürlich etwas mehr Komfort mit sich, eine minimale Portion körperliche Fitness sollte der Fahrer allerdings auch aufweisen, denn der R.S. Mégane liegt ziemlich tief und damit der Straße nahe, was so manchem – besonders in engen Parklücken – bereits beim Ein- und Aussteigen zum Verhängnis werden könnte. Trotz Feder-Dämpfer-Abstimmung und Sportsitzen mit stabilem Seitenhalt ist der Mégane nicht für chronische Rückenschmerz-Patienten zu empfehlen. Dennoch müssen auch Gebissträger beim Besteigen des Boliden nicht gleich auf Superkleber zurückgreifen und um ihren Zahnersatz bangen, denn alltagstauglich bleibt der R.S. Mégane allemal – wohlwissend, dass bei einem Fahrzeug dieser Kategorie der Langstreckenkomfort auf Kosten der Sportlichkeit geht.

Alles in allem hält der Mégane R.S., was er verspricht, nur die Verbrauchswerte scheinen im Hexagon etwas anders zu sein. Laut Renault-Angabe schluckt der Benziner mit Twin-Scroll-Turbolader im Durchschnitt 6,9 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer mit EDC-Getriebe und 7,2 Liter pro 100 Kilometer in der Handschaltversion. Unser mit dem EDC-Getriebe ausgestatteter R.S. war bei nicht allzu sehr temperamentvoller Fahrweise durstiger und verbrauchte 9,2 Liter.

Mit dem neuen Mégane R.S. wendet sich Renault überwiegend an eine Zielgruppe mit Interesse an Motorsport und Automobiltechnik sowie Freude am Autofahren, dem können wir nach unserer schwungvollen Testfahrt getrost zustimmen.

Steckbrief

Abmessungen: Länge: 4,364 m; Breite: 1,874 m; Höhe: 1,435 m.
Motor: 1,8-Liter-Turbobenziner
Leistung: 205 kW/280 PS bei 6.000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 255 km/h
Beschleunigung: 5,8 Sekunden von 0-100 km/h
Verbrauch: kombiniert 7,2 l/100 km
Getriebe: 6-Gang-Automatik-Doppelkupplungsgetriebe EDC,
Alternativ: 6-Gang-Schaltgetriebe
Preis: Einen Renault Mégane gibt es ab 17.719,21 Euro.
Basispreis für die R.S.-Variante: 35.100 Euro.
Unser Testauto: 39.393,23Euro.

3 Kommentare

    • Stellt ierch vir, et gi Leit déi net nemmen am Stau hänken, mee och mol Spaß am Liewen hun an um Circuit fueren. Megane RS gessäit een en Masse um Ring…

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