Man kann den neuen Evoque getrost als Gentleman unter den SUVs bezeichnen: Der Land Rover sieht nämlich nicht nur gut aus, sondern hält auch das, was er verspricht. Endlich mal ein Crossover, der auch den Damen gefallen könnte, meint Robert Spirinelli.

Der ältere Bruder des Evoque sah bereits sehr gut aus, die Ähnlichkeit mit dem neuen bleibt frappant – man muss schon genauer hinsehen, um beide überhaupt auseinanderhalten zu können, doch irgendwie sieht der jüngere noch besser, stilvoller, schlanker und charmanter aus. Merkmale, die vor allem auch die Damen ansprechen dürften. In der Familie der Range Rover war man sich einig, dass man das Bewährte dem Trend gekonnt anpasst – wobei sich das Resultat zeigen lässt. Tatsächlich aber wurde der Evoque komplett neu konzipiert, nur gewisse Details wurden übernommen.

Besonders gut sieht der allradgetriebene Evoque in der Farbe „Firenze Red“ mit Kontrastlackierung und „Black Pack“ aus. Freundlich wirken an der Frontpartie die neuen flachen LED-Matrix-Scheinwerfer, Lob muss man den Designern zudem für die versenkenden Türgriffe zusprechen. Die Griffe sollen bis zu minus 40 Grad frostfest sein und dem Evoque-Besitzer somit unbequeme winterliche Überrraschungen ersparen. Doch wirklichen Aha-Effekt löst erst das gediegene Interieur aus. Die bequemen Sitze mit breiter Sitzfläche bieten den Passagieren absoluten Premium-Komfort, hier kommt gleich das Gefühl von Business-Class-Reisen auf.

Geborgenheit und Komfort

Ein Hingucker ist das umfangreiche Glas-Cockpit mit breit gefächertem Touchscreen, über das sich praktisch alle übersichtlich gegliederten Einstellungen tätigen lassen. Doch die helle Innenausstattung Cloud/Ebony mit Polsterung in Kvadrat-Premium-Textil und Dinamica-Premium-Velours hat im Testauto etwas Bedenken ausgelöst, sodass wir gleich bei der Oma unseres Redaktionskollegen – die unter den Tageblatt-Magazin-Lesern bestbekannte, rüstige, mit Springerstiefeln ausgestattete Dame – einen gehäkelten Fleckenschutz in Auftrag geben wollten. Oma winkte aber gleich dankend ab, da sie die Bestellung bis Weihnachten nicht fertigstellen könne und das Testauto leider nur für ein paar Tage zur Verfügung stand.

Ein paar Tage, um Bekanntschaft mit dem Evoque zu schließen, der im Fahrbetrieb dann prompt alle Erwartungen erfüllte. Das gut abgestimmte Fahrwerk lässt den Evoque seelenruhig über jeden Asphalt gleiten und auch Schlaglöcher sowie die unzähligen typisch luxemburgischen Baustellenfahrten sind für den kompakten SUV keine Herausforderung.
Wer Schutz, Geborgenheit und Komfort sucht, ist mit dem Evoque gut bedient, denn sogar bei rasanter Geschwindigkeit herrscht an Bord angenehme Ruhe. Der Turbodiesel-Motor mit 1.999 ccm Hubraum und Direkteinspritzung zeigt sich lauffreudig, die 240 PS bringen den Kraftprotz schnell und zügellos auf Trab und somit gelingt es dem Evoque, in nur 7,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Aktuell stehen sechs Motorvarianten für den Evoque bereit.

Charme und Muskelspiel

Für das rauere Gelände ist einem der Evoque fast schon zu schade, wer aber nun denkt, er sei ein Pseudo-SUV unter vielen, der liegt mit seiner Vermutung daneben. Der „Charmeur“ lässt gerne auch mal seine Muskeln spielen und verhält sich im Schlamm und auf Schotter genau so, wie man es sich von einem Range Rover erwartet: zuverlässig und stabil. Bei Bedarf unterstützen außerdem umfangreiche Assistenzsysteme den Fahrer und in Automatikstellung kommt der Brite ganz ordentlich und fast von alleine voran. Der Evoque ist nun mal ein Phänomen, das eigentlich mit all dem, was sich unter seinen Rädern befindet, zurechtkommt. Wer mit ihm stecken bleibt hat irgendwie Mist gebaut und ist möglicherweise selbst nicht mehr fahrtüchtig.

Kleiner Wermutstropfen dürften nur die zahlreichen Optionen sein, die teils mit heftigen Zuschlägen zu Buche schlagen und den Wert des personalisierten Evoque rapide um ein paar tausend Euro steigen lassen. Prestige und Charme haben nun mal ihren Preis, auch bei einem Gentleman.

Technische Daten
Modell: Range Rover Evoque S D240 AWD
Hubraum: 1.999 ccm
Motorleistung: 177/240 kW/PS
Maximales Drehmoment: 500 Nm
Getriebe: 9-Gang-Automatikgetriebe
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
Beschleunigung von 0-100 km/h: 7,7 Sekunden
Kraftstoffverbrauch: 5,9-6,2 l/100 km (kombiniert)
CO2-Emissionen: 156-162 g/km (kombiniert)
Leergewicht: 1.955 kg
Länge: 4,371 m; Höhe: 1,649 m
Breite: 1,996 m / 2,100 m (Spiegel eingeklappt/ausgeklappt)
Preis: Ab 54.950 Euro / Den Evoque D150 FWD gibt es bereits ab 39.250 Euro.

10 Kommentare

  1. Meine Oma verkauft ihr kleines Häuschen, damit ich die stolze Summe von 55.000.- Euro aufbringen kann, um meiner Frau diesen ” very chic ” Crossover zum Geburtstag schenken zu können. Aber, im Grunde genommen reichen ja auch 39.250.- Kröten aus! . Ob ich aber mit dem Modell mit 225 km/h über die Autobahn brettern kann um den anderen zu imponieren ? Macht auch nicht viel Sinn, zu viele Staus !

  2. Schon wieder ein Diesel, man sagt mir immer wieder Diesel wäre gesundheitsschädlich. Benziner ist klimaschädlich, also was denn nun? Mein Esel will meine Karre nicht ziehen, sagte, als ich ihn vorspannen wollte er wolle nichts mit solchen Drecksschleudern zu tun haben. Habe ihn gefragt wieviel CO2 er denn ausstossen würde, er müsste schnellstens mal zum TÜV.

  3. Kraftstoffverbrauch: 5,9-6,2 l/100 km (kombiniert). Leute lasst euch nicht verarschen. Meine Karre (kein Engländer) sollte auch kombiniert 5,8 verbrauchen, quetschen och, wenn er keine Kontakt zum Boden hat vielleicht, ich Idiot habe das auch noch geglaubt. Einem Kollegen hat man das auch erzählt, leider war der bei 12 Liter kombiniert, hat die Karre sofort verkauft. Lag angeblich nur an der Fahrweise.

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