Auffällig und extravagant wirkt er allemal, der neue DS3 Crossback. Wer beim kleinen Franzosen die Geradlinigkeit sucht, stößt unter Umständen eher auf eine Haifischflosse. Aber auch an Bord gibt es so manches zu entdecken, weiß Robert Spirinelli.

Als eigenständige Marke will DS mit seiner Modellpalette „Distinctive Series“ (DS) im Premium-Segment mitwirken und mit avantgardistischem Design, Komfort und innovativen Technologien überzeugen, wobei nicht unbedingt die Größe des Autos ausschlaggebend ist. Der neue DS3 Crossback mit einer Länge von nur 4,12 Metern soll in seinem Segment mit Qualität, Finesse und gehobener Ausstattung die Kundschaft locken. Auffällig und extravagant wirkt er allemal. Ausdrucksvoll mit imposantem Kühlergrill besticht die Frontpartie, die dann wieder durch schlankes Scheinwerfergehäuse verfeinert wird.

Die „Haifischflosse“

Elegant sind die versenkbaren Türgriffe und bei genauerem Hinsehen, zwischen Vorder- und Hintertür, kann man eine berüchtigte Wölbung, die „Haifischflosse“, erkennen. Auch im Innern hält der DS3 Crossback, was das äußere Design verspricht, vorausgesetzt, man steigt vorne ein, denn hinten ist das Platzangebot eher bescheiden. Fahrgäste mit einem Gardemaß von über 1,70 m sollten die zweite Sitzreihe lieber gleich meiden, sodass Fahrer und Beifahrer es sich in den ausgeprägten Komfortsesseln richtig schön bequem und gemütlich machen können. Als Familienauto mit Kleinkindern eignet sich der Franzose nur teilweise und eine Familienlimousine ist der Crossback definitiv nicht, sondern eben eher ein DS3 für zwei.

„Affaire de goût“

Beim Blick über das Cockpit, wo klar und deutlich die Raute das Design prägt, dürfte manch einer sich die berechtigte Frage stellen, ob es hier um „affaire de goût“ geht oder schlicht um übertriebene Verspieltheit. Sogar die Entlüftungsklappen im Armaturenbrett sind im DS-Rauten-Look gestylt. Was genau die Designer sich vorgestellt haben, wird ihr Geheimnis bleiben. Die Rauten, die wohl das DS-Logo symbolisieren sollen, scheinen aber eher aus einer Inspirationsmischung zwischen Spielkonsolen und Raumschiffen herzustammen.

„On aime ou on n’aime pas“, pflegt der Franzose zu sagen, doch der Fahrer muss sich erst mal an die vielen, wahrlich nicht logisch angeordneten rautenförmigen Bedienelemente gewöhnen und zurechtfinden, zumal einige Schaltflächen sogar über eine Doppelbelegung verfügen. So zum Beispiel beim Head-up-Display, einem System, das bestimmte Informationen auf eine Anzeige im Sichtfeld des Fahrers projiziert.

Ein Blick in die Bedienungsanleitungen des Crossback ist unerlässlich, da auch das digitale Kombi-Cockpit personalisierbar ist und je nach ausgewähltem Anzeigemodus einige Informationen nicht oder eben anders angezeigt werden. Je nach Ausführung kann z.B. das Erscheinungsbild und die Anzeigenfarbe angepasst werden, wobei u.a. „Champagnerfarbe“ – man gönnt sich ja sonst nichts – oder Gold und Rot zur Verfügung stehen. Im „Sport“-Modus wird die Anzeigenfarbe automatisch auf aggressives Rot gestellt.

Drei verschiedene Fahrmodi

Über den breiten zentralen Touchscreen – übrigens nicht rautenförmig, sondern rechteckig – hat man über diverse Menüs Zugang zu allen wichtigen Fahrzeug-Informationen. Drei verschiedene Fahrmodi, die den spezifischen Einstellungen des Fahrzeugs entsprechen, stehen auch hier zur Wahl. Standardmäßig steht „Normal“ bereit, im Modus „Eco“ soll der Kraftstoffverbrauch durch optimierte Fahreigenschaften gesenkt werden und der Sport-Modus ermöglicht eine dynamischere Fahrweise, wobei der DS3 Crossback trotz Haifischflosse nicht zum Kurvenfresser wird.

Bei einer Testfahrt mit dem 130 PS starken PureTech-Benzinmotor mit Automatikgetriebe lieferte der DS3 Crossback allerdings einen guten Eindruck. Das Fahrwerk ist, wie es sich bei einem DS gehört, komfortabel abgestimmt und die Achtgang-Automatik schaltet kaum wahrnehmbar und geschmeidig. Das Automatikgetriebe (EAT8) bietet zudem auch einen Schaltbetrieb mit Gangwechsel mithilfe der Schaltwippen hinter dem Lenkrad.

Die Motorleistung des Dreizylinders ist im Alltag völlig ausreichend und den Spurt von 0 auf 100 km/h meistert der Crossback unter der Zehn-Sekunden-Marke. Beeindruckend für den Kleinen ist die Höchstgeschwindigkeit, die der Konstrukteur mit 196 km/h angibt. Der vom Konzern versprochene Verbrauch von um die 5 Liter auf 100 Kilometern konnten bei der Testfahrt nicht erreicht werden, denn auch beim Fahren „en bon père de famille“ errechnete der Bordcomputer 6,5 Liter.

Für den DS3 Crossback werden aktuell drei Benzin-Motorisierungen angeboten, die wahlweise 100, 130 oder 155 PS leisten, sowie zwei Dieselmotoren mit 100 bzw. 130 PS.
Ebenfalls im Angebot steht eine rein elektrisch angetriebene Version, und zwar der DS3 Crossback E-Tense mit einer Reichweite von mehr als 300 Kilometern.

Technische Daten
Motor: Dreizylinder-Turbobenziner, PureTech 130 EAT8
Hubraum: 1.199 ccm
Getriebe: 8-Gang-Automatikgetriebe
Maximale Leistung kW/PS bei U/min: 96/130 bei 5.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 196 km/h
Beschleunigung von 0-100 km/h: 10 Sekunden
Verbrauch: 4,9 l/100 km
CO2-Emissionen: 111 g/km
Abmessungen in m: Länge: 4,12; Breite: 1,79; Höhe: 1,53
Kofferraumvolumen: 350 bis 1.050 Liter
Preis: ab 23.110 Euro (ab 28.235 Euro in der Ausstattung So Chic)

 

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