Er hat einen langen Namen und einen kleinen Motor, der allerhand auf dem Kasten hat. Er fährt sich entspannt und bequem, hat Charme und sieht gut aus. Es ist die DS4 in Crossback-Version, etwas höher und mit mehr Bodenfreiheit als die normale DS4.

Die DS4 Crossback hat keinen Allrad und braucht auch keinen, für den Ausflug ins Gelände sieht sie viel zu gut aus. Ausserdem ist off-road in Frankreich sehr unbeliebt, weil es dort keine Vorschriften und Regeln gibt, die man ignorieren kann und daneben auch nicht streiken kann. In der Stadt, auf der Flaniermeile, auf der Landstrasse oder auf der Autobahn dagegen macht sie eine tolle Figur, ist wendig und handlich in engen Kurven, durchzugsstark und ausdauernd und das mit einem 1,2 Liter Dreizylinder Benziner mit Turbo, der sich benimmt, als hätte er mit einem kultivierten Vierzylinder die Schulbank gedrückt und nebenbei Nachhilfestunden von einem ausdauernden Diesel erhalten.

Wunderkind Dreizylinder

130 PS leistet dieses Wunderding, mit einer manuellen Sechsgang-Schaltung ein Genuss in allen Lagen. Wer so einen Motor entwickelt und dazu so ein formschönes Design und anspruchsvolles Interieur anbietet, wird wohl um die „Légion d’honneur“ nicht herumkommen. Wer Fahrwerk, Federung, Lenkung ,Motor und Getriebe so gut und harmonisch aufeinander abstimmt, hat seinen Sitzplatz auf der Ehrentribüne bei der Parade am 14. Juli so gut wie sicher. Die Gemahlin darf natürlich auch mit, wer seine Maitresse mitbringt, kriegt Ärger mit dem Protokoll. Leider gibt es dort nur eingeschränkte Sicht, was im DS4 Crossback nicht der Fall ist, wo man einen souveränen Überblick über das Geschehen um sich hat.

„Sind jetzt französische Wochen angesagt? Oder bist du auch scharf auf die Légion d’honneur? fragte die Oma mit den Springerstiefeln. „Nach der DS5 jetzt die DS4. Am Ende schreibst du noch über eine 2CV und ein Nonnenkloster in St. Tropez und behauptest, Frankreich habe die WM 98 verdient gewonnen! “

Zu Cameron

Wir fuhren von Luxemburg über Lille nach Calais, und dann, um Cameron zu ärgern, durch den Tunnel nach England, hinauf nach London, wo Oma sich den neuesten Katalog von Dr. Martens beschaffte, dann wieder zurück, insgesamt 1100 Kilometer, bei einem Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter, 2 Liter John Smiths Extra Smooth nicht mitgerechnet. Irgendwo in Südlondon, in der Gegend von Croydon, waren wir sogar am Pub vorbei gefahren, wo David Bowie sein erstes Konzert gegeben hatte und Oma hatte für einen Moment ihr Strickzeug beiseite und eine Gedenkminute eingelegt und „…we could be heroes, just for one day ..“ gemurmelt. Mit einer DS nach London! Das hat noch Stil. Bowie hätte es gefallen.

msch