Was ist rot, schwebt lautlos über Berg und Tal und ist vernetzt? Superjhemp im Lulima-Trikot mit 4G-Handy? Coyote Karl mit Sonnenbrand und Netzstrümpfen? Nein, es ist ein Tesla, der voll geladen und leichtfüßig seine Bahn zieht, leise summend am Strom der Diesel vorbei, die vor den Toren der Großstädte jammernd um Einlass beten.

Tesla, das ist eine Limousine für fünf mit viel Platz und Elektroantrieb. Schalt- und Kommandostelle im Innenraum ist ein riesiges Tablet in der Mittelkonsole, das alle Funktionen steuert und auf alle Fragen eine Antwort weiß. Eigentlich ist der Tesla ein rollendes Tablet mit Aluminium-Karrosserie und Allrad, dank zwei Elektromotoren, einer vorne, einer hinten.

Unser Modell, der Tesla S 100D, hatte eine Batterie mit einer Speicherkapazität von 100 kWh, das ergibt eine Leistung von 315 kW oder 428 PS, die den Wagen von null auf hundert in etwas mehr als vier Sekunden beschleunigen und eine Spitzengeschwindigkeit von 250 km/h ermöglichen. Als Reichweite bei voller Batterie werden maximal 510 bis 540 km angegeben, wer schnell unterwegs ist, sollte sich auf etwas über 400 km einstellen. Bordcomputer und GPS kümmern sich um den Verbrauch und lotsen einen dann zu einem der Tesla-Supercharger entlang der Hauptverkehrsachsen, die so verteilt sind, dass man den Trip zum Mittelmeer bedenkenlos unternehmen kann, ohne für das Aufladen eine Übernachtung einplanen zu müssen. Die Ladedauer beträgt gut 40 Minuten für ungefähr 80% der Batteriekapazität.

Einige Daten zum besseren Verbrauchverständnis

Die Batteriekapazität des Tesla 100D beträgt 100 kW. Das ergibt eine Reichweite die, je nach Gangart, zwischen 400 und 500 km schwanken kann. Und eben nur 200 km, wenn Sie auf der deutschen Autobahn Vollgas geben und das Ding ununterbrochen mit Tempo 200 bis 250 km/h fahren, was theoretisch möglich, in der Praxis jedoch nicht umzusetzen ist. Gott sei Dank! Immerhin können Sie bei normaler Fahrt einige kurze Zwischensprints einlegen, das macht enorm Spaß, denn er sprintet in etwas mehr als vier Sekunden von null auf hundert, dabei geht es der Reichweite natürlich ebenfalls an den Kragen.

Elektroautos verbrauchen weniger im Stadtverkehr als auf der Landstraße oder auf der Autobahn. Wer immer nur in der Stadt fährt, wozu der Tesla eigentlich zu schade ist, wird an die 500-Kilometer-Marke kommen. Den Verbrauch gibt eine Anzeige im Display an der Mittelkonsole an, sowohl den momentanen Verbrauch als auch den Durchschnitt über die letzten 10, 25 oder 50 Kilometer. Sie informiert permanent, wie weit man bei dem aktuellen Tempo noch kommt und zeigt anhand eines Diagramms, ob man über oder unter einem während der Fahrt festgestellten Durchschnitt liegt.

Die Rechnung ist ganz einfach, der Bordcomputer attestierte uns beispielsweise beim Ladestop nach den ersten 240 km einen Verbrauch von 56,5 kWh, das entspricht einem Durchschnittsverbrauch von 233 Watt pro km. Auf 100 km wären das 23.300 Watt, also knapp ein Viertel der Batteriekapazität von 100.000 Watt, vorausgesetzt, die Batterie war voll geladen. Somit ergibt dies eine Reichweite von etwa 400 km. Zu erwähnen, dass man bei Tempo 90 bis 100 km/h auf flacher Strecke so um die 210 Watt/km verbraucht, bei einem flotteren Tempo ab 120 km/h sind es gut über 250 Watt/km. Dieser Wert schnellt bei Steigungen noch in die Höhe, bei langen Abfahrten wie auf der Autobahn kann er schon mal weit unter die 200-Watt/km-Marke fallen.

Wichtig ist es, bei längerer Fahrt den Tempomat zu benutzen, der viel gefühlvoller zu Werke geht als ein ausgesprochener „Gasfuß“. Natürlich muss man auch den zusätzlichen Verbrauch durch Heizung oder Klimaanlage oder den Betrieb der Scheibenwischer bei Regenfahrt in Betracht ziehen, was sich auf den Verbrauch auswirkt. Bei Tempo 120 km/h und null Grad Außentemperatur schafft man, mit eingeschalteter Heizung, 410 km, bei Außentemperaturen von um die 20 Grad sind es 440 km, mit Heizung, wie Tesla angibt. Bei einem Durchschnittstempo von 100 km/h und null Grad Außentemperatur kann man, auch mit eingeschalteter Heizung, an die 500-Kilometer-Marke herankommen. Am Ende unserer Testfahrt von gut 1.200 km bei Außentemperaturen von minus zwei bis minus fünf Grad und eingeschalteter Heizung zeigte das System einen durchschnittlichen Verbrauch von 233 Watt/km an, was eine Reichweite von ca. 430 km bei voller Batterieladung ergab.

Gut über 400 km Reichweite

Fünf Tage lang fuhren wir dieses futuristische Ding, darunter eine lange Fahrt nach Vonnas im französischen Département Ain und wieder zurück, mit einem Ladestopp auf der Hinfahrt, einem Ladestopp bei der Ankunft und dann zwei Ladestopps auf der Rückfahrt, einer davon in Nuits-Saint-Goerges, um den Kofferraum mit köstlichem Traubensaft zu beschweren, sollte ja niemand glauben, wir wären einfach nur zum Spaß in den weißen Süden abgeschwirrt!

Die herausragende Qualität des Tesla: er zieht los wie ein Rennwagen, akustisch fast unhörbar, und drückt einen beim geringsten Druck aufs Pedal nachdrücklich in die Polster und zieht seines Weges, schnell und lautlos. Da moderne Radargeräte jedoch nur blitzen, was sie sehen, und nicht das, was sie hören, ist man mit dem Tesla gut beraten, die Tempoanzeige im Auge zu behalten oder den Tempomat zu benutzen, was auch hilft, um Energie zu sparen. Viele Leute empfinden Geschwindigkeit nur mit entsprechendem Geräuschpegel, nur Rolls-Royce-Fahrer können sich in den Gemütszustand eines Tesla-Fahrers hineinversetzen, der plötzlich merkt, dass er längst bei 200 km/h angekommen ist.

Sperre für Valet-Parking

Ein Reisewagen per excellence, der seinen Insassen viel Platz und viel Komfort bietet, über alle Fahr- und Sicherheitsassistenten verfügt, die heutzutage fast unverzichtbar geworden sind, und zudem mit einigen Besonderheiten aufwartet. Über die Tesla-App kann man auf dem Handy alle Daten ablesen, über Fernbedienung per Handy die Heizung/Lüftung voreinstellen und betätigen und mit der Valet-Service Taste das Auto teilweise verriegeln und die Leistung begrenzen. Handschuhfach und Kofferraum bleiben somit gesperrt und die Motorleistung wird eingeschränkt, das verhindert, dass der nette Junge vom Valet-Parking im Club Ihren Tesla mal kurz für eine Spritzfahrt ausleiht. Und wer irrtümlicherweise den Schlüssel des Autos mitnimmt, während sein Tesla zu Hause in der Garage ausharrt, kann seiner Gemahlin oder wem auch immer über einen Code den Zugang zu und das Fahren mit dem Tesla ermöglichen. Viel Luxus und Annehmlichkeiten für den Gegenwert von knapp 105.000 Euro.

11 Kommentare

  1. In deutschen Medien findet man leider nie so einen objektiven Bericht. Da heißt es immer: Tesla ist kurz vor der Insolvenz, extrem schlechte Qualität, die Akkus brennen schnell, Elon Musk ist ein Blender ect.
    Traurig dass man sich als Deutscher schon bei ausländischen Medien informieren muss.
    Dankeschön für diesen Artikel.

    • Tesla as och praktech bankrott.
      Gesäit scho ferm veraalt aus den Tesla. 30k€ ok, mee keng 100k€ fiir all 350-400km irgendswou an der Brousse lang Zwangspausen ze maachen. A wann ee keng Garage huet oder Parkplatz virun enger Steckdous, kann een souwisou absolut näischt dermat ufänken. As a blewit eng deier Spillsaach. Da kaafen ech mer léiwer vun deene Suen en MX-5 ND, Lotus Elise Occasioun an Octavia RS, also déi 3 wuelverstan.

      • Leit déi 600-1000 km mam Auto fuere, rechne wéi d’Mëllechmeedercher, si ziele just de Bensin zesummen.
        1000km hin an 1000 zréck kaschten ee mam Auto duerchschnëttlech 1000€ wann een alles rechent, d’Autobunn mol net matgezielt. Dofir kann een 30 Mol op Barcelona fléien oder just eng hallef Dose Mol an e schéine Cabrio do ënne lounen.

    • Das wird mit allen ausländischen Marken gemacht,
      allein schon die Wortwahl, und insbesondere der
      ADAC trägt sein „übriges“ dazu bei.
      Die D bilden sich ein sie wären die besten mit nichten!!
      Bestes Beispiel ist die Marke ROVER (75) – die
      Marke haben die Bayern (BMW) aus NEID platt gemacht-
      schau mal dessen Verarbeitung an – so etwas findest du
      nur im RR.

  2. Ich möchte mich dem “Noch Diesel Fahrer” anschließen. Dankeschön für diesen Artikel.
    Physik und speziell die Maßeinheiten für Leistung (KW) und Energie (KWh) bereiten anscheinend nicht nur deutschen Journalisten Probleme. So “ergibt” eine Speicherkapazität von 100 KWh nicht unbedingt eine Leistung von 315KW, sondern für Speicherkapazität ist die Batterie und für die Leistung ist i.a. die Leistung der Antriebseinheit zuständig (wenn sie nicht durch eine niedrigere Leistung der Batterie beschränkt wird).
    Vermutlich nur ein Flüchtigkeitsfehler ist die Aussage: “Die Batteriekapazität des Tesla 100D beträgt 100 kW”.

  3. Elektresch fueren mecht nëmme Sënn, wann ee séng Batterie mat regenerativen Energiequellen oplued. Wann ee 5 Deeg duerch Frankräich fiert an tankt, ënnerstëtzt ee virun allem d’Atomindustrie. Keng gutt Iddi.

  4. Nein! Verbrauch oder Energie ist immer Leistung mal Zeit. Also niemals Watt/km sonder höchstens Ws/km oder kWh pro km. Wann werden Journalisten endlich die Physik respektieren und Druck nicht in kg und Energie nicht in MW messen?

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