Auf einen markant veränderten Look konnte Subaru beim neuen XV verzichten und verleiht seinem SUV dafür eine neue Plattform, eine spektakulär verbesserte Karosseriesteifigkeit, einen leistungsfähigen Allradantrieb mit X-Mode und das EyeSight-Sicherheitssystem, das mit Frontkamera in der Windschutzscheibe stets die Übersicht behält.

Wem so viel Gutes wird beschert, dem ist auch ein angenehmeres Innenleben etwas wert. Das basiert auf Übersichtlichkeit und hohem Bedienungskomfort, aber all das spielt keine grosse Rolle, wenn man den XV zu einem bewegten Spaziergang über Stock und über Stein ausführt. Dann vergisst man das Interieur, dann zeigen sich Aufhängung und Federung resistent aber nicht brutal, während der permanente Allrad mit seiner aktiven und vorausplanenden Drehmomentverteilung dank des Active Torque Vectoring dafür sorgt, dass die Aussenräder in Kurven stets optimalen Antrieb erhalten. Geradeaus gibt es ohnehin nichts auszusetzen, der X-Mode integriert die Daten von Motor, Allrad, Getriebe (Lineartronic-Automatik, deren sieben Gänge man auch manuell bedienen kann), Bremsen und anderer Funktionen, wertet sie aus und greift aktiv ins Geschehen ein. Dazu kommt noch eine beachtliche Bergabfahrthilfe, die dafür sorgt, dass aus der Runterfahrt keine Rutschpartie wird.

Um das zu erproben, hatte Subaru auf einem Privatgelände eine anspruchsvolle Teststrecke eingerichtet. Dazu gehörten eine kleine Rennpiste, einige Hügel mit tollen Steigungen und ein paar Hektar Nadelwald, so etwas findet man auf einem Privat-Gelände in Lettland. Die Letten sind sehr schweigsame Leute und fassen ihre Gedankengänge in knappe und präzise Aussagen, wie etwa „Ha!“ oder „Hola!“, Letztere ist eine längere Aussage die so viel bedeutet wie „Das hat du gut gemacht, aber du hast zu viel Gas auf der Kuppe gegeben, deswegen liegst du jetzt auf dem Dach, du ahnungsloser Tourist!“

Sein Meisterstück lieferte der XV auf vereisten Landstrassen und Waldwegen, wo er auch bei hohem Tempo nicht aus der Ruhe und schon gar nicht aus der Spur zu bringen war. Unter diesen Bedingungen, die bei uns wohl jeden Verkehr zum Erliegen bringen würden, zeigte sich, wie ausgewogen Lenkung, Aufhängung und Antrieb miteinander harmonieren. Das erlebten wir mit dem 2-Liter Boxermotor, der 156 PS leistet und allein schon mit seinem Klang für viel Stimmung sorgen würde, hätte Subaru das Innenleben des XV nicht so gut gegen Aussenlärm isoliert. Der 1,6 Liter Boxer kommt auf 114 PS, genug für problemloses Dahingleiten aber zu wenig für Überholmanöver auf vielbefahrenen Hauptstrassen. Mit dem Trinken ist das so eine Sache beim Boxer. Bei temperamentvoller Fahrt und voller Arbeitslast im Gelände wird man wohl nicht unter 9 Liter liegen. Bei den Trinkgewohnheiten in Lettland fiel das nicht so sehr ins Gewicht.

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