Erdgas sichert Verbrennungsmotoren ein langes Leben

Die Zukunft der Mobilität, so die weitverbreitete These, steht unter Strom – nur weiß leider niemand, wann sie denn genau kommt, die Zukunft. Deshalb behauptet der klassische Verbrennungsmotor angefochten aber ausdauernd seine Stellung. Sein oft herbeigeredeter Abschied aus der mobilen Gesellschaft ist noch lange nicht absehbar. Beim diesjährigen Wiener Motorsymposium waren sich alle Experten einig, dass der Verbrennungsmotor à la Otto und Diesel noch viel Entwicklungspotenzial besitzt. Allerdings waren sich die an der Donau versammelten Fachleute auch darin einig, dass sich Ottomotor und Selbstzünder den Platz unter der Motorhaube mit alternativen Antriebstechniken und Treibstoffen teilen müssen. Und da kommen nicht nur Elektroaggregate und Brennstoffzellen ins Spiel.

Erdgasmotor sauberer und kostengünstiger

Neben diesen beiden Zukunftstechnologien, die noch unter Reichweiten- und Infrastrukturproblemen leiden, rückt eine bereits bewährte und saubere Antriebstechnik wieder in den Fokus der Entwickler: der Erdgasmotor. Der hat seine Kinderschuhe bereits vor einigen Jahrzehnten abgelegt und zeichnet sich durch eine herausragend gute Umweltbilanz aus. Gerade für den inzwischen umstrittenen Dieselantrieb ist Erdgas vor allem im Stadt- und Lieferverkehr “auf der letzten Meile” eine reizvolle Alternative. Bei den Kosten und Umweltwerten schlägt Erdgas oder CNG (“Compressed Natural Gas”) seine Konkurrenten deutlich.

Ein Kilogramm Erdgas entspricht dem Energiegehalt von 1,28 Litern Diesel, 1,44 Litern Benzin oder zwei Litern Autogas (LPG), sodass eine Kilowattstunde Energie aus Erdgas rund ein Drittel günstiger ist als Autogas. Zudem verringert sich bei CNG-Antrieben der CO2-Ausstoß um ein Viertel. Darüber hinaus ist Autogas als Nebenprodukt der Rohöldestillation an die Verfügbarkeit von Rohöl gebunden. Die Erdgasvorräte hingegen sind für die nächsten Jahrzehnte gesichert.

35% weniger CO2

Gegenüber Benzinern reduziert sich der CO2-Ausstoß um 35 Prozent und die Stickoxid- Belastung um 67 Prozent. Im Vergleich zu den Dieselantrieben gehen Stickoxid um 96 Prozent und der CO2-Ausstoß um 23 Prozent zurück. Diese Werte wurden vom ADAC im Rahmen der im EcoTest gemessenen Realemissionen ermittelt. Sollte die blaue Plakette als Eintrittskarte in die Innenstädte kommen, hätten Erdgasfahrzeuge keinerlei Probleme. Sogar gegenüber Elektrofahrzeugen können sich die von CNG angetriebenen Fahrzeuge behaupten, denn angesichts des europäischen Energiemix ist der CO2-Fußabdruck der EMobile nur geringfügig kleiner als bei den CNG-Modellen. Außerdem werden kaum Schwefeldioxid oder Rußpartikel ausgestoßen.

Pionier Fiat

Einer der Pioniere bei Erdgas-Fahrzeugen ist Fiat. Bereits zwischen 1939 und 1943 rollte in Turin der 508 C mit Erdgasantrieb von den Bändern und nutzte das in Norditalien geförderte Erdgas, das Alessandro Volta bereits 1776 entdeckt hatte. Neben diesem Energieträger entwickelte der “italienische Edison” auch eine Vorstufe der Batterie. Heute bieten die Italiener eine vollständige Modellpalette mit dem umweltschonenden Antrieb an, die vom kleinen Panda bis zum Ducato bei den leichten Nutzfahrzeugen alle Mobilitätsbedürfnisse befriedigt. Den Vorteil des Erdgasantriebs entdecken inzwischen auch immer mehr Unternehmen und Handwerker, die eine „grüne Unternehmenspolitik“ verfolgen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten verkaufte Fiat insgesamt mehr als 720.000 CNG-Modelle.

Aktuell kann Erdgas in Deutschland an knapp 900 Tankstellen getankt werden. In den kommenden Jahren soll sich die Anzahl an Tankstellen mehr als verdoppeln. Eine
Smartphone-App (verfügbar für iOS und Android im iTunes Store oder bei Google Play) informiert über die nächstgelegene Erdgastankstelle sowie Preise, Bezahlmöglichkeiten, Öffnungszeiten und die Beimischungsquote von Bio-Erdgas. Mit einem Klick kann zudem die Navigation zur Tankstelle gestartet werden. (ampnet/ww)

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