Die Schweden sind bekanntlich vernünftige Leute. Sie lachen nur, wenn sie müssen, und pflegen eine besondere Beziehung zum Automobil und zur Umwelt, in der sie ihre Mobilität gestalten dürfen. Man meint es sehr ernst in puncto Verkehrssicherheit und steht Autofahren als Ausdruck individueller Freiheitsliebe sehr misstrauisch gegenüber. Deswegen bauten sie früher auch Autos, die so hässlich, schwer und unbeweglich waren, dass sie im Betrieb nur wenig Unheil anrichten konnten.

In den Unfallstatistiken tauchten sie nur auf, wenn sie einen Güterzug oder ein Fährschiff auf Sauftour nach Finnland rammten oder wenn ein Elch sie mit einer Futterkrippe verwechselte. In den meisten Fällen zeigte sich Schwedenstahl humorlos, unerbittlich und fast faltenfrei.

Gute Geräuschdämmung

Heute sind die Autos von Volvo etwas eleganter und viel schöner, sicher wie immer und dazu noch wendiger und beweglicher. Der XC60 ist ein Beispiel von komfort- und raumorientiertem Design. Und da verzeiht man ihm gern, dass er im Vergleich zu seinem Vorgänger bulliger und aufdringlicher, aber weniger sportlich wirkt. Volvo baut Autos, die auf die Bedürfnisse der Insassen so zugeschnitten sind wie tiefliegende Sportwagen auf die Behandlungstische von Fachärzten für Bandscheibenbeschwerden.

In einem Umfeld von 4,68 m Länge finden Fahrer und Passagiere großzügigen Raum, perfekte Ausstattung, hohen Bedienungskomfort (Ausnahme Touchscreen) und eine Menge mehr, das alles in gepflegter Atmosphäre mit lobenswerter Geräuschdämmung. Es gibt zahlreiche serienmässige Assistenzsysteme, doch immerhin darf man den Volvo noch selbst fahren. Dafür aber übernimmt er schon mal die Notbremsung bei Objekten, Autos oder Personen, die seinen Weg kreuzen, oder korrigiert sogar, dank IntelliSafe Surround, einen unüberlegten Spurwechsel. Mit IntelliSafe Assist hält er bis 130 km/h, je nach Vorgabe, das Tempo und den Abstand zum Vordermann.

Unser Volvo XC60 D4 AWD fuhr mit dem 2-Lite-Vierzylinder-TurboDiesel von 190 PS, das ist mehr als genug für hohen Fahrkomfort bei guten Fahrleistungen, zumal seine 8-Gangautomatik der Lage und dem Pedaldruck entsprechend mal für gemütlichen oder rapiden Gangwechsel sorgt.

Für stabile Fahrdynamik sorgt der permanente Allrad, den man in fünf Fahreinstellungen über Schalter auswählen kann: Eco, Komfort, Offroad, Dynamic und Individuell. In der Dynamic-Stufe zeigt der Diesel ungeahnten Tatendrang und erweist sich als temperamentvoller Familienwagen, mit diesem Heiterkeitsausbruch konnten wir ganz gut leben.

Auch mit dem Verbrauch. Nach etwa 500 km Autobahn und Landstraße standen gut 7 Liter zu Buche. Mit seinen 5,2 Liter Werksangabe hat Volvo dann doch einmal die Lacher auf seiner Seite. Falls die dann mindestens 47.900 Euro für den D4 AWD auszugeben bereit sind.

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