„Auf der Piste geboren“ kennzeichnet die Sportabteilung von Hyundai den 275 PS starken, kleinen i30N Performance und jetzt soll ich das Ding durch den Luxemburger Verkehr steuern, über vielbefahrene Autobahnen, zwischen eiligen Kleinlastern, empörten Lieferwagen und emsigen Autofahrern, die zumindest einmal am Tag 130 km/h fahren müssen, damit ihr Auto nicht an Langeweile stirbt.

Also fuhr ich rüber auf die deutsche Autobahn, zu den dortigen Kleinlastern und Lieferwagen im Linksfahr-Modus und den eifrigen Autofahrern, die mindestens einmal am Tag die linke Spur verlassen, dann nämlich, wenn sie die Autobahn-Ausfahrt suchen.
Der i30 N brummt lustvoll, seine Sportabgasanlage mit variabler Klappensteuerung lässt einen hören, was man hat, auch beim Schalten (nur manuelle Sechs-Gang-Schaltung) behält er das letzte Wort und gibt automatisch Zwischengas, um nur keinen Meter Anlauf zu verlieren.

Per Knopfdruck links auf dem Lenkrad kann man zwischen Normal, Sport und Eco wählen. Rechts am Lenkrad angebracht ist der N-Knopf, wer ihn drückt, landet automatisch im Sport-Modus und kann dazu noch fünf andere Verhaltensmodi individuell einstellen, als da sind Dämpfer (Sportfahrwerk mit adaptiven Stoßdämpfern), Ansprechverhalten des Motors, ESP, Differential (elektronisch geregelte Differentialsperre) und Auspuff-Sound. Mein Rat: Die Federung auf Normal oder Komfort einstellen, das reicht dicke und hält einen trotzdem wach. Auf der Rennstrecke kann man auf Sport stellen, doch die Autobahn ist nun mal keine Rennstrecke, auch wenn man ab und zu mal durchdrücken darf, aber wie gesagt: Wir sind, leider, nicht mehr allein auf dieser Welt, was dann auch die Präsenz aller gängigen Assistenzsysteme erklärt, die zu einem modernen und leistungsstarken Auto gehören.

Kerngesunder Kompaktrenner sucht Piste

250 PS leistet der 2-Liter-Vier-Zylinder-Turbo mit Direkteinspritzung, 275 PS sind es in der „Performance“-Version, in beiden Fällen erreicht der i30N eine Spitze von 250 km/h, für den Sprint von null auf hundert brauchen die 275 PS nur 6,1 Sekunden. Aber wo denn? Nun, in Schengen fährt man auf die Autobahn, rüber auf die deutsche Seite und dann Vollgas den Berg rauf. Das heißt, wenn man kann. Denn wer Pech hat und unten im Tal zu viel Konkurrenz auf dem Mittelstreifen oder der Überholspur antrifft, muss lange auf die nächste Abfahrt warten, falls er umkehren und einen neuen Versuch unternehmen will. Ich hatte Glück und so etwa vier, fünf Kilometer freie Fahrt. Für Deutschland überdurchschnittlich viel. Da brüllte der Auspuff seine Begeisterung geradezu heraus – „Wurde auch Zeit, Junge“ – und beruhigte sich nach einigen Kilometern an der nächsten Baustelle. Und zurück nach Schengen und ab durch die Weinberge. Da war nichts, nur Ruhe, müde Rebstöcke und Nebel und ein Auspuffsound, der sich langsam an den Hängen nach oben schlängelte. Doch für Herbstromantik hatte der i30N an jenem Tag nichts übrig.

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