Nach dem Skoda Karoq in der bleihaltigen Luft Siziliens nun der Arona in den Schluchten Kataloniens im Hinterland von Barcelona. Oma mit den Springerstiefeln hatte diesmal keine Bedenken, warnte mich nur vor politischen Kundgebungen („Halt‘ dich da raus!“), unübersichtlichen Kurven („Halt dich immer rechts!“) und dem Nachtleben in Sitges („Halt dich immer an der Wand lang!“) und schob mir einen Karton Kautabak in den Einkaufswagen.

Kurven mag der kleine Arona, auch wenn er im Vergleich zu seinem Bruder Ibiza etwas höher auf den Beinen steht, bleibt er spurtreu und handlich und ist bei etwas schärferer Gangart wirklich spaßig zu fahren. Wir fuhren den 1,5 Liter und 150 PS starken Benziner, der mit manueller 6-Gang-Schaltung wirklich kein fauler Geselle ist, zumal wenn man den Fahrmodus „Sport“ einlegt, dann erlebt man einen temperamentvollen, aber immer umgänglichen Zeitgenossen, der seine Insassen nicht brutal rüttelt und schüttelt, sondern fast zu Tränen rührt, wenn er einen behutsam abfedernd über die Runden bringt. Später erprobten wir den 1,6-Liter-TDI mit 115 PS, auch er war stets auf der Höhe des Geschehens und mit gutem Ansprech- und Durchzugsvermögen bei manueller Schaltung. Dafür geht es mit dem Automatik-Getriebe etwas gemütlicher und teilweise behäbiger zu, das wird im Stadtverkehr bei uns kein Nachteil sein und auf dem Lande kaum auffallen, da die Stauausläufer unserer Hauptachsen nicht selten bis in die einsamsten Feldwege hineinreichen.

Seat hat seinen Arona bis zur Perfektion vernetzt, die Jugend wird das zu schätzen wissen, zumal hier auch eine Audio-Anlage mit Verstärker und Lautsprecher arbeitet, die sogar einem David Guetta das Gefühl geben könnte, er wäre tatsächlich Musiker. Seat hat den Arona ebenfalls mit einer Auswahl von Farbkombinationen versehen, die verhindern sollen, dass der Nachbar genau das gleiche Auto in den gleichen Farbtönen bestellt wie Sie selbst. Wenn das dennoch eintreffen sollte, erzählen Sie ihm, Sie hätten eigentlich einen Innenraum in Real-Madrid-Violett bestellt, die Katalanen hätten sich jedoch geweigert, so eine Farbe zu verwenden und ihnen stattdessen das Barça-Rot-Blau empfohlen. „Natürlich gibt es auch das Lulima-Rot, meinte man bei Seat, „aber warum will jemand Rot, wenn er nur Bayrisch-Blau meint?“ Olé!

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