Star Wars

Im April 1976 begannen in den Elstree-Filmstudios in Borehamwood im Süden Londons die Dreharbeiten zu „Star Wars“, ein Weltraum-Epos, in dem es keinen Sex und keine ekligen Gewaltszenen gab, in dem Affen tollkühne Weltraumpiloten waren und Kreaturen auftraten, die aussahen, als wären in den Doping-Labors der damaligen DDR einige Experimente aus dem Ruder gelaufen. Im Film gab es einen Bösewicht, er hiess Darth Vador und trug einen Helm mit einer stählernen Gesichtsmaske, die in die Filmgeschichte einging und viele Künstler und Gesichtschirurgen inspirierte. Alle hatten Angst vor Darth Vador, doch der entpuppte sich am Ende als kleiner, reuiger Sünder, etwas, was man beispielsweise einem Sepp Blatter nie abkaufen würde. Als Lexus nun den neuen RX 450 präsentierte, fühlten sich viele beim Anblick der Frontpartie an Darth Vador erinnert, weniger an Sepp Blatter. Damit endet der Vergleich, denn der RX450 sieht böse aus, ist es aber nicht. Im Gegenteil, er zeigt sich als umgänglicher und je nach Erfordernis, temperamentvoller Geselle.

Benzin und E-Motor

Unser Testwagen war der RX 450h, also die Hybrid-Version in der „Sport“-Ausführung. Leistungsmässig bringt er 313 PS, wobei der 3,5 Liter V6 Benziner 263 Ps und die beiden Elektromotoren vorne und hinten den Rest beisteuern. Eine stufenlose Automatik trägt zum ruckfreien Beschleunigen bei, man kann hier zusätzlich zwischen Eco, Normal, Sport S und Sport S+ wählen, ab Sport S geht es mehr als rasant und akustisch wohltuend zur Sache. Man kann auch auf reinen E-Antrieb einstellen, der allerdings nur bis zu einer gewissen Geschwindigkeit arbeitet und sich dann, oder wenn die Batterie leer ist, vom Benzinmotor ablösen lässt, welcher im Verlauf der Fahrt die Batterien wieder auflädt. Im Normalfall geht die Kraft auf die Vorderräder, im Bedarfsfall schaltet sich der E-Motor an der Hinterachse hinzu, um für optimalen Antrieb zu sorgen. Ein Allradler also ohne Antriebstrang nach hinten, das ist der RX 450.

Die Ausstattung des RX ist tadellos, alle Sicherheits-Features, wie Abstandswarner, Seitenwarner oder Rückfahrtssensoren- und Kameras sind an Bord, die Sitzposition ist perfekt, die Verarbeitungsqualität vorbildlich, die Übersicht auch und das Fahren ein Genuss. Etwas härter ist die Aufhängung in der „Sport“-Ausführung, was sich in schnellen und engen Kurven bemerkbar macht und Fahrer und Insassen ansonsten in Ruhe lässt und den Reisekomfort nicht beeinträchtigt.

Viel Benzin

Der RX450h gehört zu den Autos, die im dichten Stadtverkehr weniger verbrauchen als auf der freien Strecke. Kein Wunder, bis 50 km/h und beim langsamen Schleichen in der Stadt arbeitet der E-Motor, danach muss der V6 Benziner ran, um das über 2 Tonnen schwere Gefährt rasant voran zu treiben. Ein Durchschnitt von ca. 9,5 Liter ist dennoch für einen Luxus-SUV ein vertretbarer Wert. Mit einem Chewbacca am Steuer könnten es sogar mehr werden, aber man muss ja nicht unbedingt den Affen im Strassenverkehr rauslassen.

msch