Im November letzten Jahres (siehe Tageblatt vom 11. November) hatten wir den Hyundai i30 N einmal kurz ausführen dürfen. Dieses Mal war eine Testfahrt über mehrere Tage angesetzt, wobei wir feststellten, dass unser Testwagen nichts von den Reizen verloren hatte, die ihn damals auszeichneten, nur farblich, da kam er dieses Mal etwas blasser, aber aufsehenerregender daher.

Das helle Blau ist weder schön noch diskret, wenn Sie also eine Braut haben, deren Vater im Schutzgeldbusiness tätig ist, sollten Sie es vermeiden, vor dem Haus Ihrer Paula zu parken, denn ihr Vater hasst Publicity und zieht es vor, in der Öffentlichkeit nicht aufzufallen. Doch Sie könnten den i30 N auch in Schwarz oder in Weiß vorfahren, spätestens beim Auspuffklang ist es mit der Diskretion vorbei und der Schwiegervater denkt darüber nach, Ihnen ein Angebot zu machen, das Sie nicht ablehnen können.

Zweiliter-Benziner mit Turbo und 275 PS, manuelle Sechs-Gang-Schaltung, direkte Lenkung und strammes Fahrwerk, all dies kann man eine Spur schärfer einstellen, wenn man den N-Knopf rechts am Lenkrad betätigt. Dann gibt es Antritt, Durchzug und Kurvenmusik in voller Lautstärke, mit Zwischengas, bitte schön, der automatisch bei Gangwechsel ertönt. Ein Genuss auf abgelegenen Straßen, Fahrspaß pur auf einer einsamen Landstraße wie der von Alice Springs nach Brisbane, aber das glaubt mir ja ohnehin kein Mensch.

Wem „N“ zu stark ist, kann über eine Taste links am Lenkrad zwischen Normal, Sport (ohne „N“-Zutaten) oder Eco wählen. Letztere Einstellung passt zum i30 N in etwa wie Filzpantoffel zu James Bond oder Stefan Raab in einem Monty-Python-Movie. Zur N-Einstellung: hier können zudem noch die einzelnen Parameter (Stoßdämpfer, Differential, Motor-Ansprechverhalten, Lenkung, Auspuffsound) jeweils nach Belieben eingestellt werden. Wer beispielsweise die Federung auf Sport+ setzt, sollte sich ordentlich anschnallen und das Gebiss nachstellen lassen, jeder Meter Fahrbahn, der nicht gerade auf glattem Asphalt verläuft, bringt Sie dem Wartesaal eines Physiotherapeuten ein Stück näher. Also, wie schon damals im November empfohlen: Federung und Lenkung auf Normal, alles andere meinetwegen auf Sport+, besonders den Auspuffsound, wenn Sie den Schwiegervater endlich abgehängt haben.
Was so gut läuft, hat entsprechend Durst. 8,9 Liter zeigte die Verbrauchsanzeige nach ruhiger Fahrt über 200 km Autobahn an, bei etwas höherer Gangart waren es deren 9,5 Liter. Und dennoch: die Eco-Taste würde ich bei einem Auto wie diesem niemals betätigen.

2 Kommentare

  1. gibt immer welche die alles kritsieren diesmal kann ich… MS .. recht geben konnte dieses auto auch fahren unauffaellig super strassenlage __ mit 2 rad sperre _ verstellbarer sound _ super kurze schaltung __praktisch_ bezahlbar haette vor 15 jahren dieser marke das nicht zugetraut…und wird in der EU gebaut

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