Das Antriebssystem von Toyotas jüngstem Hybridmodell besteht im Wesentlichen aus einem 2,5-Liter-Benzinmotor, der im Atkinson-Zyklus betrieben werden kann, sowie einem Elektromotor. Der neue RAV4 Hybrid ist wahlweise mit Front- oder Allradantrieb lieferbar, letzterer verfügt dann über einen zusätzlichen Elektromotor an der Hinterachse.
Unser Bericht von Roland Baumann.

Optimiert und elektrisch
Der neue Toyota RAV4 kommt jetzt auch als Hybrid-Version.

Ein dickes Plus an Komfort zeichnet diesen RAV4 aus, der mit 4,61 m Länge über nahezu identische Ausmaße gegenüber dem Vorgänger verfügt.
Ganz allgemein kann der Fahrkomfort gelobt werden, das Geräuschniveau im Innenraum wurde reduziert und das überarbeitete Karosserie-Design fällt bei diesem Facelift auf. Eine Reihe neu entwickelter aktiver Sicherheitssysteme, die unter dem Begriff Safety Sense zusammen gefasst sind, halten ebenfalls Einzug in das Kompakt-SUV. Einen Überblick aus der Vogelperspektive bietet das neue 360-Grad-Kamera-System, das Hindernisse rund ums Fahrzeug erfasst und damit die Sicherheit beim Manövrieren und Einparken erhöht. Der Innenraum ist wohlgefällig gestaltet, wenngleich einige Knöpfe nur schwer einsehbar und damit bedienbar sind. Das 4,2 Zoll große Multi-Informationsdisplay zwischen den Kombi-Instrumenten sowie der 7 Zoll große Farbmonitor in der Mittelkonsole steigern die Funktionalität und tragen zum allgemeinen Wohlfühlambiente bei.

Allrad ohne Verteilergetriebe

Das Antriebssystem von Toyotas jüngstem Hybridmodell besteht im Wesentlichen aus einem 2,5-Liter-Benzinmotor sowie einem Elektromotor. Der neue RAV4 Hybrid ist wahlweise mit Front- oder Allradantrieb lieferbar, letzterer verfügt dann über einen zusätzlichen Elektromotor an der Hinterachse. Damit wirken gleich drei Motoren auf die Antriebsachsen und so realisieren die Japaner einen leichten, elektrischen Allradantrieb, der ohne Verteilergetriebe und Kardanwelle auskommt. Zudem darf die allradgetriebene Hybridvariante Anhängelasten von bis zu 1.650 kg ziehen. Im 2WD-Modell sind es nur 800 kg, die maximal gezogen werden dürfen.

Mit einer Systemleistung von 197 PS stellt diese RAV4-Ausführung die stärkste in Europa angebotene Version dar. Sie beschleunigt den nunmehr 4,61 Meter langen kompakten Geländewagen in 8,3 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, die Spitze stellt sich bei 180 km/h ein. Sehr zurückhaltend gefahren müsste der Toyota-Hybrid mit nur fünf Litern auf 100 Kilometer (116 g/km CO2) auskommen. Sagt das Werk. Es erübrigt sich zu betonen, dass ich nicht annähernd an diese Werte heran kam und mit einem Durchschnitt von 8 l/100 km durfte ich noch mehr als zufrieden sein.

Sanft und laut
Beim RAV4 steht der hohe Verbrauch irgendwie im Widerspruch zur umweltschonenden Theorie, die hinter dem Projekt steht. Beim Beschleunigen heult der hochdrehende Motor bemerkbar auf und irgendwie wünschte ich mir, dass Motor und Getriebe besser aufeinander abgestimmt wären. Das Fahrwerk ist dagegen wohltuend moderat eingestellt, schluckt ganz sanft jedes Schlagloch, die Lenkung ist gutmütig und griffig, während sämtliche Passagiere über komfortablen Platz verfügen. Hinten ist der RAV4 sogar richtig geräumig und lässt keine Wünsche offen.

Diesel und Benzin
Neben dem Hybrid stehen ein 2-Liter-Turbodiesel mit 143 PS und einem Drehmoment von 320 Nm zur Verfügung (nur Vorderradantrieb und Sechsgangschaltung) oder der überarbeitete 2-Liter-Benziner mit wahlweise Schalt- oder Automatikgetriebe. Er leistet 151 PS bei einem Drehmoment-Maximum von 195 Nm.

Roland Baumann/robau