100 Jahre Ford TT

Jeder kennt das Ford T-Modell, die Fahrzeuglegende von 1908, die zum globalen Verkaufsschlager wurde. Weniger bekannt ist, dass die berühmte „Tin Lizzy“ (Blechliesel) auch die Basis für den ersten Transporter des Unternehmens bildete. Heute vor 100 Jahre wurde mit dem TT das erste als solches speziell gefertigte Ein-Tonner-Nutzfahrzeug der Marke gebaut.
Die Kunden hatten damals die Möglichkeit, die werkseitig gelieferten Fahrgestelle mit entsprechenden Aufbauten auszurüsten, um so zu transportieren, was es zu transportieren galt – von der Briefsendung bis zu Benzinfässern. Das Fahrzeug wurde zunächst ausschließlich in den USA gefertigt, wobei die Produktion auch zunehmend auf andere internationale Werke ausgeweitet wurde, wie etwa dem im britischen Manchester oder ab 1926 auf das erste Ford-Werk in Deutschland im Berliner Westhafen.
Das TT-Modell war länger und noch stabiler ausgeführt als das T-Modell und bot in seiner luftigen Kabine Platz für den Fahrer und einen Passagier. Gestartet wurde das Fahrzeug zeittypisch mit einer Kurbel. Auch ansonsten ging es eher rustikal zu, aber auf Wunsch konnten zumindest statt der serienmäßigen Vollgummi-Bereifung auch luftgefüllte Pneus geordert werden – eine für die damalige Zeit beträchtliche Verbesserung des Fahrkomforts.

50 Jahre Cosworth

Der Ford Cosworth-DFV-Motor trat 1967 einen beispiellosen Siegeszug in der Formel 1 an und setzte diese Erfolge später auch bei den 24 Stunden von Le Mans um. Der 450 PS starke Ford Capri Gruppe 2 von 1974 sorgte in den Händen von Motorsportgrößen wie Niki Lauda, Klaus Ludwig und Hans Stuck unter anderem in der Deutschen Rennsport-Meisterschaft für Furore. Und der kraftstrotzende Ford Sierra RS 500 Cosworth galt Ende der 1980er-Jahre als quasi unschlagbar und sicherte sich nacheinander erst den Titel des Tourenwagen-Welt- (1987) und danach des Europameisters (1988).
Der Cosworth DFV-Achtzylinder leitete vor 50 Jahren eine Zeitenwende im Grand-Prix- Sport ein. DFV steht für Double Four Valve und weist auf die damals moderne Konstruktion des besonders leichten, starken und kompakten Motors hin, der jeweils zwei obenliegende Nockenwellen pro Zylinderbank und vier Ventile pro Brennraum hat. Ein Novum : Der 3,0 Liter große, in einem Stück gegossene Aluminiumblock erwies sich als so verwindungssteif, dass er als tragendes Element im Chassis diente. Der geniale Lotus-Konstrukteur Colin Chapman setzte diesen Vorteil konsequent um: Der V8 wurde ohne Hilfsrahmen direkt an die Rückwand des Monocoques des Lotus 49 angeschraubt und trug das angeflanschte Getriebe mitsamt Hinterachse. Die neue Bauweise zahlte sich direkt aus: Gleich bei seiner Rennpremiere feierte der Ford Cosworth DFV den ersten Sieg: Am 4. Juni 1967 kreuzte Jim Clark im Lotus-49-Ford beim Großen Preis der Niederlande in Zandvoort als Erster die Ziellinie.
In den folgenden 262 Grand Prix gewann der Achtzylinder 155-mal. Zwischen 1968 und 1982 eroberten zwölf Fahrer und zehn Rennställe mit dem Ford-Cosworth-V8 den WM-Titel. Zwischen dem Debütsieg des legendären Triebwerks 1967 und seinem finalen Grand Prix-Erfolg 1983 liegen mehr als 16 Jahre. Kein anderer Formel 1-Motor blieb über einen so langen Zeitraum siegfähig. (ampnet)

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here